Donnerstag, 27. August 2009

Ein Satz, zwei Probleme

Und wieder einmal ein Beispiel aus dem täglichen Lesen. Den folgenden Satz fand ich in einem Sachbuch:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten nicht gilt.

Dieser Satz hat zwei große Probleme:

1. schiebt sich ganz am Ende noch ein 'nicht' hinein, das den Sinn ins Gegenteil verkehrt. Dies ist eine Variation des deutschen Problems, über das ich schon in einem früheren Post geschrieben habe. Wobei man in diesem speziellen Fall das 'nicht' vorziehen kann:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Das ist allerdings nicht viel besser, denn

2. erschwert die doppelte Verneinung das Verständnis:

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Doppelte Verneinungen sind immer ein Problem und vielleicht schreibe ich darüber einmal in einem späteren Post. In meinem E-Book Gut und verständlich schreiben widme ich ihnen ein eigenes Kapitel. Aber weiter im Text mit einem Lösungsvorschlag:

Man sollte nicht übersehen bedenken, dass dies sehr wahrscheinlich nicht für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten gilt.

Wenn man sich schließlich den kleineren Problemen zuwendet und

3. beherzt an verschiedenen Stellen streicht, kommt dabei ein leicht verständlicher Satz von schlichter Schönheit heraus. Aus

Man sollte nicht übersehen, dass dies sehr wahrscheinlich für die allermeisten anderen Tiere auf diesem Planeten nicht gilt.

wird

Für die meisten anderen Tiere gilt das sehr wahrscheinlich nicht.

Je nachdem, was der Autor sagen will und in welchem Zusammenhang der Satz steht, kann man gegebenenfalls auch noch das 'andere' und das 'sehr' streichen.

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