Mittwoch, 25. März 2009

Aus dem täglichen Lesen: Lange Wörter kosten Zeit

Kürzlich habe ich in einer Pressemitteilung folgende Überschrift gelesen:

Sportwissenschaftler auf der Spur des Relativaltereffekts

Genauer gesagt: Ich habe versucht die Überschrift zu lesen und musste beim letzten Wort mehrere Anläufe nehmen. Das kostet Zeit und Nerven.

Schließlich habe ich die ersten Sätze der Meldung überflogen und herausgefunden, dass es um den "Relativ-Alter-Effekt" geht. (Merke: Bindestriche können dem Leser helfen, bei langen Wörtern die Übersicht zu behalten.)

Zur Erklärung: Man hat beobachtet, dass viele Leistungssportler früh im Jahr geboren sind. Damit gehörten sie in der Kindheit, wenn Sportler in Jahrgänge eingeteilt werden, zu den Älteren. Sie waren dadurch möglicherweise etwas stärker, größer, geschickter als die Konkurrenz und wurden daraufhin mehr gefördert. Menschen die zu Anfang eines Jahres geboren sind, haben also anscheinend im Sport bessere Chancen. (Sehr interessante Geschichte. Mehr dazu unter Augsburger Sportwissenschaftler auf der Spur des Relativaltereffekts.)

Zurück zum Schreiben: Häufig kann man dem Leser mit einem wohlgesetzten Bindestrich Mühe ersparen. So kennt man beim Fernsehen den Programmmacher oder besser den Programm-Macher.

Bei meinem Beispiel aus dem täglichen Lesen reichen jedoch selbst zwei Bindestriche nicht aus, um für gute Lesbarkeit zu sorgen (Relativ-Alter-Effekt). Ich halte es für verständlicher, von den "Auswirkungen des relativen Alters" zu sprechen und zu schreiben. Manchmal muss man also anders formulieren.

Mehr zum Thema in meinem Post Besser schreiben: Sag's einfach.

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