Dienstag, 20. Januar 2009

Synonyme sind (oft) keine Lösung

Wie im vorherigen Post angekündigt, kommen wir heute zu einer weiteren Möglichkeit, Wortwiederholungen zu vermeiden.

Synonyme, also sinnverwandte Wörter, sind die üblichste, aber, wie wir sehen werden, nicht immer die beste Lösung.

Zunächst zu den einfachen Fällen. Es gibt eine Reihe von Wörtern, für die sich Synonyme finden lassen. Für Krankheit zum Beispiel Erkrankung, Leiden, Störung(en), Problem, Beschwerden. Diese Begriffe sind sinnverwandt, aber nicht jeder ist sinnidentisch. Man muss bei einem Synonym also überprüfen, ob es in dem jeweiligen Zusammenhang passt.

Hier eine Liste von Synonymen für einige häufig vorkommende Wörter:

und - sowie,
auch - ebenfalls,
zum Beispiel - beispielsweise, etwa, wie,
oft - häufig,
manchmal - bisweilen.

Aber: Wenn man die Wahl hat zwischen einer Wortwiederholung und einem unverständlichen oder gestelzt klingenden Synonym, sollte man sich für die Wiederholung entscheiden. (Oder nach einer anderen Lösung suchen, s. mein Post vom 15. Januar.)

Nicht jede Wiederholung lässt sich vermeiden. Ich bin zum Beispiel kein Freund des Wortes „Letzteres“, auch wenn man sich damit eine Wiederholung erspart. Zweites Beispiel: Bei Relativsätzen kann es geschehen, dass sich ein Artikel doppelt, etwa bei „Das Auto, das das Kind anfuhr…“. Manche schreiben dann lieber welches das. Ich persönlich finde die Lösung schlimmer als das Problem, weil Konstrukte mit welche/welcher/welches gestelzt klingen. Letztlich ist dies aber eine Frage des Geschmacks bzw. des persönlichen Stils.

Für manche (Fach)Wörter wiederum gibt es keinen Ersatz oder zumindest kein verständliches oder übliches Synonym. Ich finde es albern, krampfhaft zu versuchen, bestimmte Begriffe aus der Welt der Computer und des Internets einzudeutschen. Ich bin sicher, Ihnen fallen selbst genug Beispiele ein. In manchen Fällen stört es den Leser weniger, wenn man einen Fachausdruck wiederholt, als wenn er über für ihn neue, unübliche oder komplizierte Wörter stolpert.

Um ein Beispiel aus der Medizin zu nennen: Leukämie ist die auch für Laien verständlichste Bezeichnung für die entsprechende Krankheit. Wenn man hingeht und abwechselnd Leukämie und Blutkrebs verwendet, stört und verwirrt es den Leser. Natürlich sollte man immer prüfen, ob in einem bestimmten Satz ein Personalpronomen ausreicht (bei Leukämie also sie) oder ob es eine andere Alternative gibt (s. dazu den vorherigen Post zum Thema).

Schließlich kann man eine Wiederholung auch als Stilmittel einsetzen, wenn man ein Wort oder einen Sachverhalt besonders betonen möchte.

Zum Schluss ein Tipp: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie bestimmte Begriffe überstrapazieren, zählen Sie sie bei Word mit der Funktion „Suchen/Alle ersetzen“. Wenn der gesamte Text durchsucht ist, erscheint nämlich die Angabe „Es wurden … Ersetzungen vorgenommen“. (Um sicher zu gehen, sollten Sie die Datei zuvor zusätzlich unter einem anderen Namen speichern. So sparen Sie sich Arbeit, falls Sie den Text mit den Ersetzungen aus Versehen vorschnell gespeichert haben.)

Weitere Tipps zum Thema "Wortwiederholungen" gibt es am 23. Januar (Synonyme online) und 28. Januar (Wortwiederholungen - Hilfe aus dem Internet).