Donnerstag, 25. September 2008

Ein deutsches Problem

Eine Eigenheit der deutschen Sprache, die Verständnisprobleme bereiten und den Lesefluss hemmen kann, besteht darin, dass das Prädikat - also das Verb, das erklärt, was jemand tut - ganz am Ende eines Satzes steht. (Auch der vorhergehende Satz ist in dieser Hinsicht grenzwertig.)

Ein Beispiel, bei dem die Grenze eindeutig überschritten wurde:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen) bildet, so ist Zwegat…
Eine Möglichkeit, das Problem zu beheben, möchte ich heute vorstellen. Man verlagert das Verb nach vorn. Bei unserem Beispielsatz sieht das so aus:
So wie die Super-Nanny eine perfekte Symbiose bildet aus warmherzig (lange, offene Haare, häufiges Lachen, Hinknien vor Eltern und Kind) und streng (schwarze Kleider, direktive Sprache, schnelle Reaktionen), ...
Das ist ein wenig ungewohnt und grammatikalisch nicht astrein, aber leichter verständlich.

Ähnlich kann man es machen, wenn zwei Teile des Prädikats zu weit von einander entfernt sind.

Vorher:
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Nachher:
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Kurz: Manchmal wird ein Satz verständlicher, wenn man das Verb vorzieht, also zum Beispiel vor die Aufzählung oder den Nebensatz stellt.

Weitere Möglichkeit 'das Problem des weit entfernten Verbs' zu lösen, stelle ich Ihnen ein anderes Mal vor. Nämlich in dem Post Fortsetzung: Ein deutsches Problem.


Zum Schluss etwas (Eigen)Werbung:
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