Montag, 7. August 2017

Ein klassischer Fall von Verschleierungspassiv

Ich habe vor Jahren hier im Blog über die Passiv-Form von Verben geschrieben und darüber, warum man sie vermeiden sollte: Besser schreiben: Das leidige Passiv.

Jetzt möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen, weil ich ein besonders schönes Beispiel gefunden habe. Das Handelsblatt  berichtet, dass eine Rede des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil im Entwurf diesen Satz enthielt:
Volkswagen hat damit gegen Gesetze verstoßen und Vertrauen missbraucht.
In der fertigen Rede wurde daraus:
Damit ist gegen Gesetze verstoßen und Vertrauen missbraucht worden.
Aus dem Aktiv "hat ... verstoßen und ... missbraucht" wurde die Passiv-Formulierung "ist ... verstoßen und ... missbraucht worden". Und damit entfiel der Handelnde, VW, denn den braucht man nicht zu nennen, wenn man das Passiv verwendet.

Kurz: Mit Sätzen wie "Fehler wurden gemacht" lässt sich verschleiern, wer die Verantworunt trägt. Das Passiv darf also -- ironisch gesagt -- in keinem Handwerkskoffer für Redenschreiber fehlen.

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