Samstag, 10. September 2016

Einfache Texte wirken

Gerade eben fand ich eine interessante Untersuchung darüber, welche E-Mails auf welche Weise am meisten bewirken bzw. Reaktionen in Form von Antworten hervorrufen: 7 Tips for Getting More Responses to Your Emails (With Data!).

Als jemand, der sich in diesem Blog, in Büchern und in Workshops für eine klare, leserfreundliche Sprache einsetzt, war ich begeistert. Speziell von dem folgenden Ergebnis, weil es bestätigt, was Leute wie ich seit Jahren und Jahrzehnten predigen:
Our most surprising finding was that the reading grade level of your emails has a dramatic impact on response rates. Emails written at a 3rd grade reading level were optimal. They provided a whopping 36% lift over emails written at a college reading level and a 17% higher response rate than emails written even at a high school reading level. ...
Of course, the context of your email matters a lot. If you’re sending an email discussing the finer points of your PhD thesis to the professor who’s evaluating you for a postdoctoral fellowship, you probably need every syllable you can get! ...
The main parts of your reading grade level score are the number of syllables in your words and the number of words in your sentences. So try simpler words and fewer words per sentence than you normally would. ...
Kurz: Klartext wirkt. Wenn Sie möchten, dass Ihre Botschaft ankommt, schreiben Sie mit einfachen Wörtern und in übersichtlichen Sätzen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber es lohnt sich, wie man sieht.

Mehr über den Test, den die Leute von Boomerang verwendet haben, finden Sie zum Beispiel hier.

In meinem Post Trumps Trick? Eine einfache Sprache habe ich über Tests dieser Art das Folgende geschrieben:
Coe  hat die Manuskripte der Reden verschiedener Kandidaten einem Lesbarkeitstest unterzogen. Das bedeutet im Grunde nur, dass sie bestimmt hat, wie lang die verwendeten Wörter und die gesprochenen Sätze im Durchschnitt waren. Daraus kann man einen so genannten Lesbarkeitsindex berechnen.

Das Ergebnis ist eine Zahl, ganz grob zwischen null und 100 (auch negative Werte sind bei sehr schwierigen Texten möglich), die angibt, wie schwer oder leicht verständlich das Geschriebene (oder hier: das Gesprochene) ist. Ich habe vor Jahren bereits einmal darüber gebloggt und dort zu einem solchen Test verlinkt. Diese Zahlen lassen sich wiederum gleichsetzen mit der schulischen Ausbildung, die man benötigt, um das Geschriebene zu verstehen. Bei niedrigen Werten (0-30) muss man sogar studiert haben.
Wenn ich mir den dort erwähnten und andere Tests anschaue, scheint mir ein Drittklässlerniveau, wie die Leute von Boomerang es in ihrern E-Mails verwendet haben, für die deutsche Sprache nicht erreichbar. Oder man müsste für deutsche Texte die Einteilung bei den Testergebnissen ändern. Der Test ist nämlich für die englische Sprache gedacht und unsere Wörter sind nun mal im Durchschnitt länger.

Mein Tipp: Versuchen Sie einfach, den besten Wert zu erreichen, und experimentieren Sie dafür mit Wort- und Satzlängen.

Wenn Sie noch mehr über verständliches Schreiben lernen möchten, empfehle ich meine Schreibratgeber






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