Mittwoch, 7. September 2016

Deutsche Sprache, schwere Sprache: Was man wann großschreibt - oder auch nicht

Ich habe das Folgende vorhin schon auf meiner Facebookseite aufgeschrieben (in etwas kürzerer Form), aber im Blog ist es über längere Zeit besser aufzufinden. Deshalb veröffentliche ich es hier auch noch.

Für einen Thriller, an dem ich gerade arbeite, wollte ich wissen, wie man das Adjektiv schreibt, das sich vom Städtenamen Moskau ableitet. Ich hatte schon so einen Verdacht, aber man möchte ja, dass im fertigen Buch alles korrekt geschrieben ist. Also habe ich im Duden nachgeschaut und anschließend frustriert das Folgende bei Facebook gepostet:
Was man sich als auf Deutsch schreibender Mensch so alles merken oder immer wieder nachschlagen muss. Heute: Adjektive, die sich von Städte- und Ländernamen ableiten. Laut Duden schreibt man sie, wenn sie auf -er enden, groß, wenn sie aber auf -isch enden klein. Außer die auf -isch endenden Adjektive sind Teil eines Eigennamens. Dann schreibt man sie groß. Beispiele: Schweizer Banken, indischer Tee, Holsteinische Schweiz. Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht. Aber dann wäre es ja auch zu einfach und nicht so ein super Gedächtnistraining.
Warum können wir nicht einfach *alles* kleinschreiben? Andere Länder kommen damit prima zurecht. Es ist ja nicht so, dass es sich bei Rechtschreibkonventionen um Naturgesetze handelt.
Und mit der gesparten Zeit (kein Nachschlagen mehr) und Gehirnkapazität ("die beiden" schreibt man klein, "der Einzelne" groß, das habe ich mir immerhin gemerkt) könnte man so viel Sinnvolleres anfangen. Ja, ich habe daran gedacht, Nachschlagen und Sinnvolleres, weil substantiviert, großzuschreiben. Was niemandem irgendetwas nützt, mir aber Mühe macht. Das musste ich einfach (mal wieder) loswerden.
Anschließend habe ich "Moskauer Polizei" in das Manuskript getippt. Ich hoffe, das freut mehr Leser, die wissen, dass so es richtig ist, als es andere gibt, die sich über die Großschreibung wundern. Den meisten (das darf man inziwschen immerhin klein- oder großschreiben, früher nur klein) ist es wahrscheinlich egal. Seufz.

Bereits 2009 habe ich gefordert: alles kleinschreiben. Passiert ist leider nichts ;-)

Und hier für die, die's interessiert, etwas allgemeiner Einige Gedanken zur Rechtschreibung.

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