Samstag, 7. Mai 2016

Trumps Trick? Eine einfache Sprache

Fragezeichen
Nicht wenige Menschen in den USA, aber auch hierzulande, fragen sich zurzeit:Was macht diesen Donald Trump für die Wähler so attraktiv?

Jetzt könnte man wild über alles Mögliche spekulieren. Doch in diesem Blog geht es, wie schon der Name verrät, ums Schreiben.

Chelsea Coe, eine junge amerikanische Wissenschaftlerin, hat in diesem Zusammenhang etwas Interessantes herausgefunden und darüber in der Zeitschrift Wired einen Artikel geschrieben: WIRED Opinion: The Way Trump Talks in Debates Is Contagious.

Wobei ich den Titel irreführend finde, denn was Trumps Sprache ausmacht, ist nicht, dass sie "ansteckend" ist, sondern dies: Was er sagt, ist leicht verständlich.

Coe  hat die Manuskripte der Reden verschiedener Kandidaten einem Lesbarkeitstest unterzogen. Das bedeutet im Grunde nur, dass sie bestimmt hat, wie lang die verwendeten Wörter und die gesprochenen Sätze im Durchschnitt waren. Daraus kann man einen so genannten Lesbarkeitsindex berechnen.

Das Ergebnis ist eine Zahl, ganz grob zwischen null und 100 (auch negative Werte sind bei sehr schwierigen Texten möglich), die angibt, wie schwer oder leicht verständlich das Geschriebene (oder hier: das Gesprochene) ist. Ich habe vor Jahren bereits einmal darüber gebloggt und dort zu einem solchen Test verlinkt. Diese Zahlen lassen sich wiederum gleichsetzen mit der schulischen Ausbildung, die man benötigt, um das Geschriebene zu verstehen. Bei niedrigen Werten (0-30) muss man sogar studiert haben.

Was Coe herausfand, war dies: Trump spricht auf dem Niveau eines durchschnittlichen Viert- bis Fünftklässlers. Alle anderen Kandidaten liegen deutlich darüber. Cruz spricht am schwierigsten: Man muss schon neun Jahre zur Schule gegangen sein, um ihn zu verstehen. Kasich liegt bei 6 bis 7 Jahren, Rubio dazwischen. Clinton und Sanders sprechen etwa auf dem Niveau eines durchschnittlichen Achtklässlers.

Jetzt könnte man sagen: Na und? Wer hat denn nicht so viel (Schul)Bildung? Zumindest doch mehr als die vier  Jahre, die man benötigt, um Trump zu verstehen. Doch darum geht es nicht. Trump spricht offenbar so einfach und direkt, dass man ihm leicht folgen kann, ohne sich anzustrengen. Und das kommt bei vielen gut an.

Coe erklärt das so:
People expect politicians to be intelligent, to know the facts, and to have opinions when it comes to policies and issues. But showing that you understand the issues also includes being able to explain them. As Einstein said, “If you can’t explain it simply, you don’t understand it well enough.”
And using simpler language is simply good strategy. Researchers have shown that processing information with ease (or processing fluency) induces a more positive experience. Unnecessarily complex language increases the cognitive effort you have to put into comprehending information, like a speech.
Das heißt, wenn wir etwas mühelos verstehen, fühlt sich das gut an. Und das wirkt sich bei einigen vermutlich auf ihre Haltung Trump gegenüber aus.

Sich einfach auszudrücken, ist also
- vernünftig, wenn wir sicher sein möchten, dass andere uns verstehen, (in meinen Augen der wichtigste Punkt)
- höflich, damit sie sich nicht mehr als nötig anstrengen müssen,
- unter Umständen auch taktisch klug, wenn wir etwas von anderen wollen, weil es sie positiv stimmt.

Sollten Sie dabei Hilfe brauchen, gibt es ja meine Ratgeber ;-)

Zum Beispiel diese beiden:





Keine Neuigkeit verpassen: einfach meinen Newsletter abonnieren
Wenn Sie frühzeitig über neue Ratgeber, Preis-Aktionen und außerdem über wichtige neue Posts und mehr informiert werden möchten, abonnieren Sie meinen Newsletter.