Mittwoch, 24. Februar 2016

Persönliche Essays schreiben: Tipps für Wissenschaftler und andere Autoren

Es ist mal wieder Zeit für einen Linktipp.

Diesen lesenswerten Beitrag habe ich gerade gefunden: Michelle Nijhuis’s Brief Guide to Writing Reported Essays.

Der Titel verrät, worum es geht. Ja, der Artikel richtet sich an Menschen, die über Wissenschaft schreiben. Aber auch andere Autoren können durchaus daraus lernen oder zumindest interessante Anregungen erhalten.

Hier als Kostprobe, Nijhuis' These:
Essays are, in short, stories that examine other stories. Where the scientific method tests our stories about the physical world, essays question, complicate, and often overturn our stories about ourselves.

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein "aufgeblasener" Text vorher und nachher

Heute gibt's mal wieder einen Linktipp. Die erfahrene Redakteurin Susanne Peyronnet zeigt in ihrem Blog, wie man einen Text radikal kürzt und vereinfacht und dadurch wunderbar lesbar macht:

Der lange und der kurze Grünkohl: Einem Text die Luft rauslassen.

Nachtrag vom 10.2.16: Vor einger Zeit hat sich Susanne Peyronnet schon einmal einen Text vorgenommen und ihn nach allen Regeln der Kunst überarbeitet: Schwurbeldeutsch entschwurbeln: Aus lang mach kürzer. Lehrreich sind auch Peyronnets Erklärungen zu Beginn des Posts.

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit noch speziell auf den Anfang der Vorher- und Nachher-Versionen lenken. Was spricht Sie als Leser mehr an? Wo möchten Sie weiterlesen, wo schalten Sie ab? Wie unterscheiden sich die beiden ersten Sätze?

Merke: Ihre ganze Mühe beim Formulieren war vergeblich, wenn die meisten nach dem ersten Satz nicht weiterlesen.

Ach ja, und beide Beispiele belegen, was ich nicht müde werde zu predigen: Kürzer ist (in der Regel) besser.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Wikipedia-Beitrag über Textverständlichkeit erwähnt mein Blog Schreibhandwerk

http://www.amazon.de/verst%C3%A4ndlich-schreiben-zehn-einfachen-Schritten-ebook/dp/B00505N4RG/ref=as_sl_pc_tf_mfw?&linkCode=wey&tag=ingrglomjoura-21
Wie cool ist das? Ein sehr umfassender Beitrag* über Textverständlichkeit auf Wikipedia erwähnt mein Blog Schreibhandwerk (also dieses hier) und auch meinen Ratgeber Gut und verständlich schreiben.

Diese Passage findet sich unter der Zwischenüberschrift Textverständlichkeit trainieren:
"Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen Schritten" von Ingrid Glomp:[88] Auch das Selbstlernprogramm von Ingrid Glomp ist, wie der Titel bereits verrät, kein reiner Verständlichkeitskurs. Die Verständlichkeitslektionen machen jedoch über die Hälfte der "zehn einfachen Schritte" aus. Ingrid Glomp ist freie Journalistin und schreibt auch in ihrem Blog "Schreibhandwerk" zum Thema.
Ach so, und hier die Antwort auf die Anfangsfrage: sehr cool :-)

*Den ich nicht geschrieben habe. Duh! Ich dachte nur, ich erwähne es mal für die misstrauischeren Menschen unter meinen Lesern ;-)

Falls sich jetzt jemand inspiriert fühlt, die Verständlichkeit seiner Texte zu verbessern, Hilfe naht:






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Dienstag, 2. Februar 2016

Verwirrender Perspektivwechsel

Gerade auf der Website der Telekom. Ich möchte die automatische Aufladung für mein Handy einrichten. Dabei kann man verschiedenes auswählen. Hier der Text der Telekom:
Automatisch aufladen wann und wie Sie möchten – auf Wunsch kombinieren Sie einfach den Aufladegrund/ Zeitpunkt. ( z.B. “immer am 06. jeden Monats und wenn Ihr Guthaben unter 5 € sinkt.“)
- Sobald das Guthaben unter 5 € sinkt.
- Sobald die Zahlung meines Tarifes/Option fällig ist & Ihr Guthaben nicht ausreicht.
- Immer am ((hier kann man eine Zahl wählen)) des Monats. 
Ahnen Sie, wo ich stutzte?

Es war der zweite Punkt:
Sobald die Zahlung meines Tarifes/Option fällig ist & Ihr Guthaben nicht ausreicht. 
Worauf bezieht sich das mein und Ihr?

Wer spricht hier? Ich? Dann würde ich sagen, die Telekom soll mein Guthaben aufladen, wenn ich bezahlen soll, aber ihr Guthaben (also das der Telekom) nicht ausreicht. Hä?

Umgekehrt ergibt es auch keinen Sinn. Dann würde die Telekom sprechen, von sich in der Einzahl, usw.

Der Schreiber dieses Textes hat also mitten im Satz - nein, nicht die Pferde - aber die Perspektive gewechselt.

Da die Kunden in der Einleitung angesprochen werden ("Automatisch aufladen((hier fehlt übrigens ein Komma)) wann und wie Sie möchten"), erscheint mir folgende Variante am sinnvollsten:
Sobald die Zahlung Ihres Tarifes/Option fällig ist & Ihr Guthaben nicht ausreicht. 
Wir lernen daraus: Wenn wir unseren Lesern unnötiges Kopfzerbrechen ersparen wollen, sollten wir unmissverständlich formulieren und beispielsweise nicht unvermittelt die Perspektive wechseln, erst recht nicht mitten im Satz.

Sollten Sie darüber hinaus Hilfe benötigen, hab ich was für Sie :-)