Mittwoch, 30. September 2015

Warum ich keine Prologe mag

Als Leserin und entsprechend als Autorin bin ich kein Freund von Prologen. Sie sind Köder, die diesem Fisch nicht schmecken.

Ich weiß, ein Prolog soll neugierig machen oder die Stimmung des Buchs vermitteln oder Hintergrundinformationen liefern. Aber mich nerven Prologe und ich möchte dem Autor oder der Autorin zurufen: „Tändel hier nicht lange rum. Fang endlich mit der Geschichte an.“

Elmore Leonhard, der auch keine Prologe mag, sagt ganz richtig, dass man Hintergrundinformationen später im Buch unterbringen kann. Ich sage: „Erzählt die Geschichte lieber von Anfang an so, dass ich neugierig weiterblättern muss.“

Ich will nicht wissen, was vor zwanzig Jahren oder auch nur vor einem Tag mit der Heldin oder dem Mörder passierte, ehe die Geschichte anfängt. Erzählt es mir, wenn es für die Handlung wichtig ist oder eine der Hauptpersonen sich dieser Ereignisse bewusst wird.

Vielleicht ist der Grund, weshalb mich Prologe nerven, dass sie unübersehbar ein Kunstgriff des Autors oder der Autorin sind. Ich will aber in Geschichten eintauchen und nicht die Strippen sehen, an denen die Erzähler ziehen.

Oder wie Leonard sagt: “It's my attempt to remain invisible, not distract the reader from the story with obvious writing.”

Nachtrag: Heinz W. Pahlke beschäftigt sich aus einem etwas anderen Blickwinkel ebenfalls mit diesem Thema in seinem Post Romane brauchen einen Prolog und Epilog – oder nicht?