Dienstag, 29. Dezember 2015

Einige Gedanken zu Spannung in Thrillern oder warum ich gerne Bücher von David Baldacci lese

Ich habe in diesem Jahr einige Krimis von David Baldacci gelesen, und zwar aus seiner King-and-Maxwell-Reihe (der Link führt zur deutschen Ausgabe des ersten Bands). Dabei kam mir folgende Erkenntnis:

Es gibt Autoren, die besser Charaktere zeichnen können. Es gibt andere Autoren, die geschliffener formulieren. Was Baldaccis Krimis so attraktiv macht (und für mich als Thrillerautorin so interessant), lässt sich in drei Worte fassen: Sie sind spannend.

Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass die Spannung nicht oder nicht so sehr durch die Frage nach dem Täter entsteht und ebenso wenig aus der Frage, wie alles ausgeht.

Was mich zumindest immer weiterblättern lässt (oder weiterklicken auf meinem Kindle) und mir Stunden wertvollen Schlafes raubt (Nur noch ein Kapitel!), ist die brennende Neugier zu erfahren, wie alles zusammenhängt. Wie stehen die Figuren zueinander in Beziehung? Welche Geheimnisse aus der Vergangenheit können das Geschehen und die Motive erklären?

Es geht in Baldaccis Büchern nicht um mystische Gegenstände oder Waffen, die die Welt zu vernichten drohen, sondern um menschliche Verstrickungen.

Als Kind habe ich jede Menge Karl-May-Bücher verschlungen. Die mit Abstand Liebsten waren mir die beiden Old-Surehand-Bände. An die Handlung kann ich mich längst nicht mehr erinnern, dafür jedoch umso besser daran, dass ich es ungeheuer spannend fand zu entdecken, wer in Wirklichkeit wer war und wer mit wem wie verwandt. Diese Verwicklungen haben mich mehr fasziniert als irgendwelche Schießereien oder Todesgefahren, in die die Helden gerieten.

Heute versuche ich selbst in meine Thriller ähnliche Elemente einzubauen. Ob mir das gelingt, müssen die Leser entscheiden:




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Montag, 21. Dezember 2015

Was ich beim Schreiben meines Krimis „Wer tötete Miro?“ gelernt habe

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Wie im vorigen Post angekündigt möchte ich heute berichten, was ich beim Schreiben des dritten Kaha-Fischer-Krimis Wer tötete Miro? gelernt habe. Bei diesen Geschichten experimentiere ich gerne, was den Schreibprozess angeht. Entsprechend habe ich die ersten beiden, Rettende Engel und Lisa, Ben und Tim sozusagen live als Fortsetzungsgeschichten bei Wattpad geschrieben, s.

- Krimi schreiben - ein Experiment,
- Wattpad - mein Mittel gegen Schreibblockaden
- Mein Krimiexperiment bei Wattpad geht in die nächste Runde.

Diese Krimis so, nämlich vor aller Augen, zu schreiben, war möglich, weil ich für beide Bücher die Geschichte bereits entworfen hatte und über mehr oder weniger ausführliche Outlines verfügte. Und weil ich natürlich bereits wusste, wer warum der Täter war, wie er überführt wurde und wer sonst noch verdächtig sein sollte.

Ein Experiment: "planlos" schreiben


Beim dritten Kaha-Fischer-Krimi, Wer tötete Miro?, habe ich mit dem Schreiben bei Null angefangen. Ich wusste nichts über das Opfer, den Tatablauf, erst recht nichts über den Täter und so weiter. Ich habe mich einfach ins kalte Wasser gestürzt und losgelegt. Wie es dazu kam, habe ich bei Google+ geschildert.

Hier ein Auszug aus dem Post:
[Ich habe zunächst meine verschiedenen Projekte aufgezählt, u. a. die Arbeit an meinem zweiten Cori-Thriller. Dann ging der Post so weiter] Und schließlich habe ich vor ein paar Tagen mit einem Experiment begonnen: Ich schreibe jetzt morgens immer drei Morning Pages, um in den Schreibfluss zu kommen. Gleichzeitig habe ich zwei Lecture Courses von Dean Wesley Smith gekauft. Der eine (#11) dreht sich um prolific writers, also darum, wie man als Autor möglichst viel produzieren kann. DWS selbst schreibt einfach munter und (wenn ich das recht verstehe) planlos drauf los und das Tag um Tag und produziert so eine Unmenge Kurzgeschichten und Romane.

Zufällig habe ich kürzlich auch einen Video-Vortrag von Ken Follett gesehen, in dem er Ed McBain erwähnte, der für einen Krimi jeweils weniger als einen Monat brauchte und trotzdem laut Follett ein begnadeter Krimiautor war. Simenon hat seine Maigret-Romane ebenfalls sehr schnell geschrieben (ich finde gerade kein passendes Zitat, aber ich glaube, er brauchte drei Wochen oder weniger). Stephen King ist ein anderer Viel- und Spontanschreiber.

Kurz, ich dachte mir: Warum irgendetwas (Nutzloses) in meinen Morning Pages zu Papier bringen? Warum versuche ich nicht, meinen dritten Kaha-Fischer-Krimi auf diese Weise zu schreiben? Kaum hatte ich das gedacht, fiel mir der erste Satz ein, dann der zweite ... Ohne viel zu überlegen schrieb ich drei Seiten voll.

Und tweetete etwas später skeptisch:
Ich nutze meine Morning Pages, um einen Krimi "free"zu"writen". Mal sehen, was dabei herauskommt. Wahrscheinlich nicht viel. Ich glaube, a) Krimis muss man gut plotten (Logik!) und b) man soll nicht die ersten Ideen verwenden (keine Überraschungen f. Leser!).

Eine Angst hat sich als unbegründet erwiesen: Dass mir nicht einfällt, wie es weitergeht. Ich habe bisher neun Seiten so geschrieben und es reicht, kurz vorher daran zu denken, dass ich gleich schreibe, schon fällt mir die nächste Szene, der nächste Schauplatz o. Ä. ein und ich schreibe tatsächlich mühelos die Seiten voll.

Worauf ich jetzt achte: Einige mögliche Tatmotive und Täter ins Spiel zu bringen und überhaupt einige Fragen über das Opfer usw. aufzuwerfen. Es soll ja ein Krimi sein.

Ich habe die ersten drei Seiten inzwischen abgetippt. Sie sind nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Ich werde die Geschichte, falls ich sie beende, jedoch nicht, wie DWS es rät, einfach veröffentlichen. Erstens glaube ich - und ich beschäftige mich inzwischen seit Jahrzehnten mit meinem Schreiben und dem anderer -, dass jeder Text besser wird, wenn man ihn stilistisch überarbeitet (von Tippfehlern ganz zu schweigen, die sich zwangsläufig einschleichen, und nicht zu knapp). Außerdem habe ich den Eindruck, dass man beim Freewriting u. U. weitschweifig und spannungsarm, also mit Längen, formuliert.

Möglichkeiten und Grenzen


Nachdem ich das Buch (einen Kurzroman von 27 Kapiteln) beendet hatte, habe ich mir notiert:
Ungefähr ab Kapitel 17 habe ich die Geschichte nicht mehr kontinuierlich heruntergeschrieben, sondern damit begonnen, die Handlung zu planen und mir für spätere Kapitel Notizen zu machen, auch Szenenbruchstücke schriftlich festzuhalten. Nach Kapitel 19 habe ich eine Pause eingelegt, u. a. um Das Phönix-Vermächtnis fertigzustellen, aber auch, weil sich die Geschichte nicht so einfach spontan weiterentwickeln ließ. Danach folgte ein intensiveres Wiederlesen und Überarbeiten des bereits Geschriebenen, wobei ich mir zum Beispiel Namen für verschiedene Figuren ausgedacht und diese eingefügt habe. (In den Morning Pages habe ich oft nur Platzhalter verwendet.) Außerdem habe ich, wo nötig, Dinge ergänzt. Insgesamt war diese Art von erster Fassung weniger ausgearbeitet, als es sonst bei mir der Fall ist. Und schließlich habe ich mir noch genauer überlegt, wie es weitergehen soll, und das Buch beendet.
Dean Wesley Smith rechnet gerne vor, dass man in einer Stunde soundsoviel Wörter schreiben kann, was bei 365 Tagen im Jahr soundsoviel Romane ergibt.

Ich muss sagen, dass ich diese Vorstellung zwar verführerisch fand, aber unrealistisch. Schließlich tippt man ja nicht irgendeinen Text ab, sondern man muss sich eine Geschichte ausdenken. Sprich man muss planen, was geschehen soll, darüber nachdenken. Und das kostet Zeit.

Die Erfahrung, die ich mit dem dritten Kaha-Fischer-Krimi gemacht habe, gibt Smith teilweise Recht. Zumindest zu Anfang wusste ich tatsächlich immer, wie die Geschichte weiterging. Ich habe nicht ein einziges Mal in die Luft gestarrt, weil ich keine Idee hatte, was ich schreiben sollte. Nein, die Wörter sind mir automatisch eingefallen – egal, ob ich mit der Hand schrieb oder am Computer saß. Beides habe ich ausprobiert.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich im Laufe des Tages in Gedanken immer wieder einmal zwischendurch Ideen für die Handlung durchgespielt habe, vor allem, aber keineswegs nur direkt vor dem Schreiben.

Dean Wesley Smith sagt nun einerseits, dass er seine Storys nicht mehr groß überarbeitet (natürlich werden Tippfehler von ihm oder einer Korrektorin beseitigt). Andererseits behauptet er auch, dass Texte durch zu starkes Redigieren schlechter werden, weil man entfernt, was Ton und Individualität ausmacht.

Ich glaube auch, dass man eine Geschichte zu Tode überarbeiten kann. Aber mein Experiment hat bestätigt, dass meine ersten Fassungen eine Überarbeitung benötigen, um stilistische Mängel wie Wortwiederholungen zu entfernen.

Ich habe zweitens den Eindruck, dass diese Art des tendenziell planlosen Schreibens zum Schwafeln verleitet. Was ich damit meine, ist, dass Dialoge zum Beispiel länger ausfallen als nötig, weil man die Figuren einfach reden lässt. Manche Gespräche oder Geschehnisse sind vielleicht auch so unwichtig oder wenig spannend oder aus anderen Gründen uninteressant, dass es reicht, wenn man sie in Form einer Zusammenfassung wiedergibt. Das habe ich bei meinem relativ kurzen Kaha-Fischer-Krimi zwar nicht bestätigt gefunden, dafür aber bei meinem über 500 Seiten langen Thriller Das Phönix-Vermächtnis, bei dem ich mir sogar vorher den Handlungsablauf mehr oder weniger zurechtgelegt hatte.

Schließlich hat sich gezeigt, dass ich nach ungefähr zwei Dritteln von Wer tötete Miro? gegen eine Wand gefahren bin. Will sagen: Ich wusste nicht spontan weiter, sondern hatte einen Punkt erreicht, an dem ich planen musste: Wer ist der Täter? Wie entlarven die Kommissare ihn? Und so weiter und so fort. Außerdem musste ich auch in frühere Kapitel zurückgehen und entsprechende Änderungen vornehmen (allerdings keine großen).

Schnell viel schreiben: Lösung oder Problem? 


Hier noch einiges, was ich mir zum Thema Schnell/Vielschreiber notiert habe:

Dean Wesley Smith behauptet im ersten Teil seines Kurses Nr. 11, dass, was schnell geschrieben wurde, oft beliebt ist und Lesern gefällt. Außerdem sagt er, dass Autoren selbst nur schlecht die Qualität ihrer eigenen Werke beurteilen können.

Dean Wesley Smith ist bekennender Vielschreiber. Was er allerdings weniger auf Schnelligkeit zurückführt, als darauf, dass er viel arbeitet beziehungsweise viele Stunden vor dem Computer sitzt und schreibt (im Englischen nennt man das anschaulich butt in chair).

Darüber berichtet Smith übrigens auch in seinem Blog, in dem er Tag für Tag seinen Schreib-Output protokolliert.

Vielschreiber sind offenbar sehr diszipliniert. Sie warten nicht, bis die Muse sie küsst, sondern sitzen jeden Tag am Schreibtisch. Ihre Werke werden von der literarischen Welt oft abfällig oder doch zumindest misstrauisch betrachtet. Die einzige Ausnahme, die mir einfällt, ist Joyce Carol Oates.

Leser andererseits sind glücklich, wenn ihre Lieblingsautoren viel Lesestoff produzieren.

Was ist die Qualität angeht: Extreme Vielschreiber schaffen offensichtlich durchaus Bücher, die beim Publikum ankommen. Und wenn Georges Simenons Geschichten auf Deutsch beim renommierten Diogenes Verlag erschienen sind und immer noch erscheinen, können sie so schlecht nicht sein ;-)

Allerdings, so mein Eindruck, produzieren extreme Vielschreiber keine ausgeklügelten Krimis oder Thriller mit kompliziert verwobenen Handlungssträngen oder Geschichten, die viel Faktenwissen und damit Recherche erfordern. So wie ich. Nach meinem kleinen Experiment glaube ich zumindest nicht, dass dies nur eine Ausrede ist, mit der ich versuche meine Langsamkeit zu rechtfertigen. Oder doch?

Fazit: Das Schreiben von Wer tötete Miro? war ein aufschlussreiches Experiment. Werde ich meine Krimis in Zukunft „free writen“? Die Kaha-Fischer-Krimis vermutlich und die Cori-Stein-Thriller bestimmt nicht. Aber dafür, eine Geschichte zu beginnen, Ideen zu entwickeln, Figuren zu finden, scheint mir diese Vorgehensweise durchaus – auch für mich – brauchbar.

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Donnerstag, 17. Dezember 2015

12 Dinge, die ich beim Schreiben meines Thrillers "Das Phönix-Vermächtnis" gelernt habe

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Ich habe mich hier im Blog seit einigen Wochen rar gemacht und sogar meine Reihe Ganz einfach besser schreiben in die Winterpause geschickt. Dafür gab es einen guten Grund – oder eigentlich zwei. Ich habe nämlich einen neuen Cori-Stein-Thriller und einen neuen Kaha-Fischer-Krimi zu Ende geschrieben und veröffentlicht. Dabei handelt sich um zwei ähnliche Romane, was das Genre betrifft, aber doch auch um zwei sehr unterschiedliche Projekte, was zum Beispiel die Stofffülle angeht. Letztere schlägt sich nicht nur in der Länge der Bücher nieder (mehr als 500 Seiten vs. ca. 100 Seiten), sondern auch in der Arbeits/Schreibweise, die das erfordert.

Über einige Erfahrungen, die ich beim Schreiben gemacht, und Erkenntnisse, die ich gewonnen habe, möchte ich in diesem und dem folgenden Post berichten. Vielleicht ist einiges davon ja auch für andere Autoren interessant und hilfreich.

Beginnen wir heute mit dem Schreiben und Überarbeiten meines zweiten Thrillers Das Phönix-Vermächtnis.

Hier leicht abgeändert und gegebenenfalls um weitere Erklärungen ergänzt einige Gedanken, die ich bei Facebook und anderswo während der Arbeit an diesem Projekt notiert habe:

1. Manchmal muss man ganz schön gemein zu den Hauptpersonen einer Geschichte sein. Ich habe gerade ein Kapitel (Nr. 72 für die, die es demnächst nachlesen wollen) redigiert, das einen der zwei oder drei schlimmsten Momente im Leben meiner Thrillerheldin Cori Stein beschreibt. Und das – so viel kann ich verraten –, ohne dass Blut fließt oder das Kapitel überhaupt Gewalt in irgendeiner Form schildert.

Daraus folgt, dass Spannung und Mitfiebern nichts mit Brutalität zu tun haben, sondern damit, dass uns das Schicksal der Figuren nahegeht. Das heißt auch, wir Autoren müssen so schreiben, dass den Lesern unsere Charaktere und das, was ihnen zustößt, nicht egal sind.

2. Ich bevorzuge als Leserin Krimireihen, weil ich es liebe, vertraute Figuren wiederzutreffen. Aber auch als Autorin gefallen sie mir besser als alleinstehende Romane – und aus einem ähnlichen Grund. Immer wieder erfinde ich Charaktere, über die ich unbedingt noch mehr erzählen möchte. Bei mindestens einer Person im ersten Cori-Stein-Thriller bedaure ich es sehr, dass ich sie töten musste. Da haben es Autoren von Übernatürlichem leichter. Wie oft sind die Jungs von Supernatural nicht schon gestorben und weilen letztlich immer noch unter den Lebenden?!

Ausgelöst wurde diese Überlegung übrigens durch eine Anwältin, die früher Schauspielerin war, eine interessante Frau, die aber im 94. Kapitel meines neuen Cori-Stein-Thrillers (Das Phönix-Vermächtnis) nur einen kurzen Auftritt hat. Einer anderen Figur habe ich bereits eine größere Rolle in einem Kurzroman zugedacht (Cori-Stein-Thriller Band 2.5), der vor dem nächsten "richtigen" Roman (Cori-Stein-Thriller Band 3) spielen soll. Mal sehen ...

3. Es hat sich ausgezahlt, dass ich beim Überarbeiten meines Thrillers eine Liste mit sämtlichen Personen angelegt habe. Denn ich habe entdeckt, dass ich denselben Vornamen zweimal verwendet habe. (Das ist mir sogar zweimal passiert. Was soll ich sagen? Es ist ein langes Buch.)

Im wirklichen Leben kann es vorkommen, dass wir mehrere Menschen mit demselben Vornamen kennen. Bei einem Roman könnte es aber manche Leser verwirren, wenn sie erfahren, dass Aidan vor Jahren gestorben ist, und ein paar Kapitel weiter begegnet ihnen ein quicklebendiger junger Mann mit demselben Namen. Jetzt heißt einer von den beiden Kyle.

Ja, Schreiben bzw. Redigieren ist häufiger, als man denkt, Handwerk und Feinarbeit – weitab von Kunst, Inspiration, Musenküssen usw. Aber was tut man nicht alles für die Leser ;-)

PS: Noch eine Entdeckung: Word erkennt das Wort Schiffsrack (ohne w) nicht als falsch. So viel zur automatischen Rechtschreibprüfung ...

4. Das ist mir schon öfter passiert, es verblüfft mich aber immer wieder: Ich schreibe etwas um und entdecke einen halben Satz (oder in meinen Notizen auch Seiten) später, dass ich genau dieselbe Formulierung, zum Beispiel "durch die Regenschleier hindurch", vor Monaten auch schon verwendet habe. Offenbar ist meine Panik, ich könnte etwas vergessen, weshalb ich auch immer Stift und Papier dabei habe, zumindest teilweise unbegründet.

5. Wenn die Autorin beim Schreiben oder Wiederlesen (beim Redigieren) ihres Thrillers selbst mitfiebert, ist das ein gutes Zeichen, oder? Der Produzent und Drehbuchautor Stephen Cannell sagte: "I get up every morning, and I’m not going to work, I’m going to play. I get to play cops and robbers." So fühle ich mich manchmal auch.

6. Langsam geht es vorwärts, jeden Tag ein bisschen ;-) Ich bin leider kein Schnellschreiber und weil meine Geschichte in der Realtität und in verschiedenen Ländern spielt, muss ich außerdem immer mal etwas recherchieren. Wenn ich alle Recherche bis zur Überarbeitung hinausschieben würde, müsste ich u. U. zu viel umschreiben (sprich ganze Handlungen/Handlungsstränge). (s. dazu auch die beiden folgend Punkte)

7. Warum Thrillerschreiben so lange dauert (zumindest, wenn die Geschichten in der Realität spielen)? Weil die Autorin plötzlich feststellt, dass Zypern und Malta so weit voneinander entfernt sind, dass die Heldin mit einer Propellermaschine erst in der Nacht und damit zu spät in Zypern ankommen würde, wenn sie nachmittgs in Malta startet. Ich habe das gerade noch rechtzeitig bemerkt. Recherchen wie diese sind die reinsten Zeitfresser. Jetzt fliegt meine Heldin mit einem Jet :-)

Was ich noch recherchiert habe: die Farben elektrischer Kabel* und ein wenig über Zeitzünder. Was die NSA wohl dazu sagt? *Sie können ganz unterschiedlich sein (s. hier und hier), zum Glück, denn das spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle

8. Ich habe gemerkt, dass ich nicht zu den super disziplinierten Menschen gehöre, die neben dem Tagesgeschäft noch einen Roman schreiben können. Jedenfalls nicht, wenn es sich um ein solch kompliziertes Opus mit vielen Personen und mehreren Handlungssträngen wie meinen Thriller handelt und wenn das Buch einigermaßen schnell fertig werden soll. Deshalb habe ich mir 2015 einige Monate dafür frei gegeben (als Freiberuflerin bin ich ja mein eigener Chef).

Ich mag mich so oder so allerdings nicht durch feste Wortvorgabem zur Arbeit antreiben. Erstens ist das nicht realistisch (s. Punkt 7). Zweitens möchte ich mir den Luxus gönnen, dass mir das Schreiben (meistens) Spaß macht.

Was immer für mich funktioniert, egal, was die Bedingungen sind, um Fortschritte bei einem Projekt zu machen oder um nach einer Pause wieder loszulegen: die Methoden Macht der Gewohnheit und kleine Schritte. So bekomme ich jedes Buch – und sei es noch so lang und vielschichtig – fertig. Irgendwann. Wenn ich mich ganz auf das Buch konzentrieren kann, geht's, wie gesagt, schneller.

Was mir das Leben inzwischen leichter macht: Ich weiß nach zwei Thrillern und vielen umfangreichen Artikeln, die ich als Journalistin recherchiert und verfasst habe, dass ich jeden Text beenden kann – und sei er auch noch so lang und kompliziert. Das Einzige, was ich dafür tun muss, ist stur weiterzuarbeiten, das heißt, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Diese Erfahrung schützt mich davor, in Mutlosigkeit zu versinken.

9. Ich schreibe nicht streng linear, sondern notiere alles, was mir einfällt, wenn es mir einfällt. Das heißt, ich habe gewöhnlich auch schon einiges in späteren Kapiteln geschrieben, zum Beispiel häufig auch den Schluss. Soll ich mir das vielleicht merken, bis ich die Stelle im Geschehen erreicht habe oder gar wieder vergessen? Nein, alles, was mir einfällt, wird flugs aufgeschrieben ;-) Entweder in der Datei, wenn ich sie gerade geöffnet habe, oder in meinem schwarzen Notizbuch (jedes Buch bekommt ein neues). (S. aber Punkt 4 weiter oben: Man vergisst weniger als man befürchtet.)

Das führt auch dazu, dass die Wort- und Zeichenzahl eines Manuskripts meist deutlich höher ist als die, die der ab dem Anfang linear geschrieben Kapitel entspricht. Bei einem Opus wie Das Phönix-Vermächtnis führt das auch dazu, dass ich einiges mehr oder weniger ausgearbeitet notiert habe, das ich letztlich doch nicht verwende.

10. Die Schreibsoftware Scrivener ist ein Segen, weil man bei einem so komplizierten Buch mit so vielen Personen, so vielen Schauplätzen, so viel Recherche alles jederzeit verfügbar hat und darauf leicht zugreifen kann. Und nachdem ich mir beim dritten Kaha-Fischer-Krimi nun auch endlich beigebracht habe, wie man den Text als EPUB-E-Book ausgeben kann ...

11. Das Folgende habe ich streng genommen nicht gelernt, es ist mir bei diesen Gelegenheitem nur wieder bewusst geworden: Ideen können jederzeit von überall her kommen. Das bedeutet erstens: Es lohnt sich, ständig Augen und Ohren offen zu halten und aufmerksam zu sein. Zweitens bedeutet es: Wir Autoren haben einen ziemlich langen Arbeitstag ;-)

Darüber habe ich im Zusammenhang mit diesem Thriller schon woanders zwei Posts geschrieben. Wo meine Ideen herkommen, ein kleines Beispiel und Die Krimiautorin bei der Arbeit.

12. Es kann beim Schreiben helfen, sich anhand der so genannten Logline immer wieder daran zu erinnern, was die Kerngeschichte ist. Besonders, wenn man einen langen, verwickelten Thriller schreibt. Deshalb ist eine solche Kürzestzusammenfassung nützlich, auch wenn ich als Indie-Autorin meine Geschichte im Vorfeld niemandem (Agent, Verlag) schmackhaft machen muss, sie also für diese Zwecke, für die eine Logline ursprünglich gedacht war, nicht benötige. Wie ich eine Logline entwerfe, habe ich hier geschildert: Die Logline: Darum geht es in meinem 2. Cori-Stein-Thriller.

So, dies ist ein ziemlich umfangreicher Beitrag geworden. Aber Das Phönix-Vermächtnis ist ja auch ein dickes Buch und ich habe ciel Zeit und Arbeit hineingesteckt ;-)

Im nächsten Post berichte ich von meinen Erfahrungen beim Schreiben des dritten Kaha-Fischer-Krimis Wer tötete Miro? Dabei habe ich insofern für mich neues Terrain betreten, als ich einfach damit begonnen habe, eine Geschichte zu erzählen, ohne vorher einen Plan zu machen.

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Freitag, 13. November 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (50)


Fünfzig Mini-Lektionen habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten hier gepostet. Das ist eine schöne runde Zahl, finde ich. Deshalb geht meine Reihe Ganz einfach besser schreiben jetzt in die Winterpause und ich werde mich verstärkt anderen Projekten widmen, etwa weitere Printausgaben meiner Schreibratgeber herauszubringen.

Lassen Sie mich wissen (bei Twitter, Facebook oder Google+ zum Beispiel), ob Sie daran interessiert sind, dass ich die Reihe im nächsten Frühjahr fortsetze.

Nun aber zur 50. Mini-Lektion:




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Dienstag, 10. November 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (49)

Und Freitag Nr. 50 :-)



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Freitag, 6. November 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (48)

Was, schon wieder Freitag? :-)


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Dienstag, 3. November 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (47)





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Freitag, 30. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (46)


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Dienstag, 27. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (45)


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Freitag, 23. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (44)



 
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Dienstag, 20. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (43)


Wenn Sie meine Mini-Lektionen nützlichen finden, könnten Ihnen auch diese beiden Bücher gefallen:


und


Jetzt aber weiter im Text:




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Freitag, 16. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (42)


Neuer Freitag, neues Beispiel:



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Dienstag, 13. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (41)




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Freitag, 9. Oktober 2015

Ganz einfach besser schreiben – Mini-Lektionen für zwischendurch (40)

Wow, schon Nr. 40?!


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