Mittwoch, 12. Februar 2014

Die Schreibangst überwinden: Spielen Sie!

Hindern Befürchtungen Sie am Schreiben oder macht es einfach keinen Spaß mehr?

Vielleicht müssen Sie nur Ihre Spielfreude entdecken oder zurückgewinnen.

Diese Idee kam mir, als ich an einen Artikel dachte, den ich für Psychologie Heute geschrieben habe. Viele der kreativsten Geister zeichnen sich dadurch aus, dass sie spielerisch an ihre Arbeit herangehen.

Albert Einstein sagte: "Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers."

Die Designerin Jessica Walsh schreibt: "... the more fun and the more play that went into the ideas or process of creation, the better people seem to respond to the end result."

Und der Filmproduzent und Drehbuchautor Stephen Joseph Cannell sagte: "I get up every morning, and I’m not going to work, I’m going to play. I get to play cops and robbers."

(Ergänzung vom 12.8.2016: Dazu passt die folgende Passage aus einem Artikel über James Patterson
He hasn’t given much thought to slowing down or taking more than a day off. “I don’t work for a living. I play. Why would I stop playing?”)
Spielen ist nämlich kein Verhalten, sondern eine Haltung. Sie können dieselbe Tätigkeit spielerisch, aber auch unter Leistungs- und Zeitdruck oder voller Unlust ausführen.

Man kann das Gärtnern an der frischen Luft genießen, den Duft der Blumen wahrnehmen und sich über ein Eichhörnchen amüsieren, das vorbeikommt. Oder man kann gehetzt Unkraut rausreißen, damit die Nachbarn nichts zu meckern haben.

Sie können eine Szene Ihres neuen Romans schreiben, umgeben von dunklen Angstwolken, denn wer weiß, ob das Buch den Lesern gefallen wird. Oder Sie können Ihren Spaß haben, während Sie sich ausmalen, wie Ihre Heldin gewitzt ihre Verfolger austrickst.

Was eine spielerische Haltung auszeichnet, sind im Wesentlichem drei Dinge:

- der Spaß an der Freude,

- die Konzentration, mit der man bei der Sache ist,

- und das Experimentieren ohne Angst zu versagen.

Anstrengend darf Spiel dagegen durchaus sein.

Beobachten Sie einmal spielende Kinder, wie sie Spaß haben, ganz bei der Sache sind und manchmal etwas wieder und wieder ausprobieren, bis es klappt. Wenn etwas nicht funktioniert, ist ihnen das weder peinlich, noch bereitet es ihnen schlaflose Nächte. Im Gegenteil, dass etwas schiefgeht, gehört zum Spiel. Man kann es ja immer wieder neu versuchen.

Wenn es also beim Schreiben hakt, seien Sie verspielt.

Schreiben Sie in einem Café. So machen berühmte Schriftsteller das schließlich.

Haben Sie Spaß, wenn Sie eine neue Szene Ihres Romans entwerfen. Malen Sie sich alles bis in Kleinste aus, inszenieren Sie das Ganze wie in einem Film, treiben Sie die Spannung, die Komik, die Rührung auf die Spitze.

Experimentieren Sie mit besonders anschaulichen oder poetischen Formulierungen.

Kurz: Erinnern Sie sich, was Ihnen beim Schreiben besonders viel Freude bereitet und tun Sie es. Wie ein Kind, ganz vertieft -- und ohne Angst vorm Scheitern.

Noch mehr Methoden zum Überwinden von Schreibblockaden finden Sie hier:




Das dritte Buch, den Sammelband, gibt es auch als Printausgabe.

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