Mittwoch, 4. September 2013

Was bringen 0,99 €-Aktionen für Kindle-EBooks bei Amazon?

Wie schaffe ich es, dass mehr Menschen auf meine Bücher aufmerksam werden? Das ist eine Frage, die ich mir als Indie-Autorin immer wieder stelle.

Eine Möglichkeit besteht darin, den Preis zu senken. Für ein E-Book wie meinen Thriller Ohne Skrupel, das nur bei Amazon erscheint, ist es wichtig, dass es bei Amazon "sichtbar" ist. Das bedeutet, dass es einen möglichst hohen Verkaufsrang hat (also eine vierstellige oder kleinere Zahl, wenn ich das richtig verstehe). Dann greifen nämlich verschiedene Amazon-Algorithmen, die dafür sorgen, dass das Buch in Listen, Empfehlungen usw. auftaucht und Käufer es entdecken können, auch ohne dass sie direkt danach suchen.

Ohne Skrupel hat sich bei seinem Erscheinen im September 2011 ganz ordentlich verkauft, doch nach einigen Monaten  trat eine Flaute ein. Schließlich verkaufte ich nur noch etwa 10 Exemplare im Monat. Am 4. Juli war es auf den Verkaufsrang 44413 abgerutscht und ich beschloss spontan, den Preis von 2,99 € auf 0,99 € zu senken. Das Ziel bei einer solchen Aktion ist, dass das Buch sich besser verkauft, einen besseren Verkaufsrang erreicht und so bei Amazon wieder sichtbar wird (s. o.).

Ich bin Mitglied in einer Facebook-Gruppe für Self-Publisher. Dort machten mich einige Kommentatoren darauf aufmerksam, dass eine solche Preissenkung nichts nützt, wenn nicht viele Leser davon erfahren (Duh! Hätte ich auch drauf kommen können.), und man empfahl mir, bei Johannes Zum Winkel von www.xtme.de eine Werbeaktion zu buchen.

Gesagt, getan. Ich habe mich für ein Paket aus Bannerwerbung (das Banner ist links zu sehen, wie es auf der Website eingebunden war, zeigt ein Screenshot weiter unten), der Erwähnung in Posts auf der Website und im zugehörigen Newsletter und eine Buchvorstellung entschieden, die ich verfasst habe und die ebenfalls auf der Website erschienen ist.

Über welche Zeiträume das lief und was ich sonst noch unternommen habe, ist in einem detaillierten Post bei Google+ nachzulesen. Nach knapp einem Monat, am 1.8. habe ich den Preis für das Buch wieder auf 2,99 € gesetzt.

Was hat die Aktion gebracht? Eine ganze Menge. Wobei ich gleich hinzufügen muss, dass sich nicht genau sagen lässt, welche Maßnahme im Einzelnen wann wie viel bewirkt hat.

Das Banner hatte nach frühen Zahlen, die Johannes Zum Winkel mir genannt hat, eine Konversion von 0,84 %, das heißt, es wurde in einem bestimmten Zeitraum 2014-mal gezeigt und 17-mal angeklickt.

Ich kann sagen, dass die Verkäufe so etwa ab dem 10.7. anzogen (da waren es 5 an einem Tag) und sich noch einmal ab dem 13.7. steigerten (26 verkauft und ab da waren die Verkäufe jeden Tag im zweistelligen Bereich), das Maximum waren 38 am 29.7. und am letzten Tag der Aktion, am 31.7., waren es 22 Verkäufe.


Bin ich mit dem Ergebnis der Aktion zufrieden? Und wie. Offensichtlich ist aus Ohne Skrupel kein Bestseller geworden. Aber:

- Die Verkäufe im Juli haben die Kosten für die Werbeaktion mehr als wieder hereingebracht.
- Der Verkaufsrang sank kontinuierlich bis etwa zum 14.7. und lag ab dann den gesamten Juli unter 1000. Der beste Wert war 327 am 31.7. und 95 bei "Krimis und Thriller" am selben Tag. Nachdem ich den Preis erhöht habe, stieg der Verkaufsrang langsam an und pendelt zur Zeit um 2000 +/- 1000, ganz grob gesagt. Im Moment liegt er bei 1493.
- Am 14.7. belegte Ohne Skrupel den dritten Platz bei den "Aufsteigern des Tages", einer Liste, von deren Existenz ich, wie vermutlich fast jeder, bis dahin nichts wusste:


- Was mich mehr freute: Am 25. Juli habe ich das 1000. Exemplar meines Thrillers verkauft. Warum das durchaus Grund zur Freude ist, darüber habe ich auf meiner Facebook-Seite geschrieben. Inzwischen haben 1422 Leser Ohne Skrupel erworben.
- Vor allem aber sind die Verkaufszahlen weiterhin deutlich höher als vor der Aktion. Und das war ja mein primäres Ziel. Trotz des höheren Preises hat sich das Buch im August 233-mal verkauft. Außerdem wurde es häufiger als früher ausgeliehen (19-mal und bis heute, im September also, schon wieder 7-mal).
- Ein Sammelband mit Kurzkrimis, Die Detektivin und der Kommissar, verkauft sich auch trotz "bescheidenem" Cover ein wenig besser. Ich kann mir vorstellen, dass manche Leser nach der Lektüre des Thrillers nach weiteren Krimis von mir suchen. Was für ein Glück, dass demnächst mein neuestes Werk, Rettende Engel, erscheint. 

Aber Spaß beseite: Ich denke, dass Menschen, die für ein Buch Geld ausgegeben haben, und seien es auch nur 0,99 €, dieses eher lesen werden, als jemand, der es als eines von vielen mitgenommen hat, weil es kostenlos war. Ich hoffe, dass Ohne Skrupel möglichst vielen Lesern gefällt und dass sie es weiterempfehlen und vielleicht zu Fans werden und weitere Krimis von mir lesen möchten.

Wenn ich mir die Zahlen heute betrachte, hätte ich die Aktion vielleicht noch etwas länger laufen lassen sollen, um länger in den Top 100 bei "Krimis und Thriller" zu bleiben und den Verkaufsrang insgesamt noch zu verbessern. So etwas findet man aber erst heraus, wenn man es ausprobiert. Andererseits konnte ich so im August durch den höheren Preis möglicherweise mehr Geld einnehmen. Außerdem habe ich das Ganze als kurze Sommersonderaktion angepriesen und ich wollte vermeiden, unglaubwürdig zu wirken, indem ich die Aktion in die Länge zog.

Fazit: Eine 0,99 €-Aktion ist auf alle Fälle empfehlenswert, um Verkäufe anzukurbeln -- wenn man daran denkt, für ausreichend Aufmerksamkeit zu sorgen. 

Noch mehr Erfahrungsberichte enthält dieses Buch:


Und hier noch einmal ein Link zu meinem Thriller: