Montag, 28. Januar 2013

Meine Erfahrungen als Indie-Autorin: E-Books sind ideal für Kurzgeschichten

Auf der Website des Guardian habe ich diesen interessanten Artikel gefunden: Why short is sweet when it comes to digital reading. Der Beitrag weist auf eine wichtige Eigenschaft von E-Books hin.

Bisher war es schwierig ein Zuhause für Kurzgeschichten zu finden. Mehr oder weniger die einzigen Möglichkeiten waren,entweder eine Story für eine Anthologie zu einem bestimmten Thema einzureichen oder eine Reihe eigener Geschichten zu bündeln und als Print-Buch herauszugeben.

Das E-Book hat dies geändert. Nun kann eine Geschichte für sich allein stehen:
The short story, whose impact can be diluted in a collection, benefits enormously from the format.
schreibt Anna Baddeley im Guardian.

Als Indie-Autorin profitiere ich ganz besonders von dieser Entwicklung. Mein erster Versuch, meine Kurzkrimis selbst zu veröffentlichen, war ein Print-Buch mit dem Titel Showdown in Wohlgelegen.

Dann startete Amazon im April 2011 sein Kindle-Programm auch in Deutschland und schlagartig änderte sich die Lage für Selbstveröffentlicher. Wir konnten ruckzuck jede Art von Text als E-Book herausbringen. Ich zum Beispiel brauchte nicht zu warten, bis ich einen neuen Schwung von Storys beisammen hatte, um sie als Print-Buch zu veröffentlichen. Nein, sobald ich einen Kurzkrimi beendet hatte, konnte ich ihn meinen Lesern vorstellen.

Denn anders als beim gedruckten Buch, das eine bestimmte Mindestanzahl von Seiten haben sollte, ist beim E-Book die Länge völlig unwichtig. Es lohnt sich, auch kurze Geschichten zu veröffentlichen, da sich der technische Aufwand - anders als beim Drucken, Lagern, Transportieren von Print-Büchern - in Grenzen hält. (Andererseits liegen dicke Wälzer dank E-Reader leicht in der Hand - aber das nur am Rande.)

Ich kann jetzt Fans meiner Ermittler Anja Zenk oder Kommissar Kolm die nächste Story anbieten, sobald ich sie fertig geschrieben und als E-Book formatiert habe. Ja, ich kann einen Kurzroman wie Nicht von Gestern herausbringen, wenn ich will - mit einer Länge von ca. 100 Seiten. Ich brauche nichts auszuschmücken und nichts zu kürzen, um einen bestimmten Textumfang zu erreichen. Jede Geschichte bekommt die ihr angemessene Form.

Die einzige Beschränkung, die ich sehe: Da der Mindestpreis von Amazon mit 0,89 Euro festgelegt wurde, sollte die Story nicht zu kurz sein. Das könnte manche Leser verärgern. Wobei da vermutlich im Einzelfall die Meinungen der Leser auseinandergehen und es auch auf die Qualität der Geschichte ankommen dürfte.

Unterm Strich ist für mich als Indie-Autorin dies enorm befreiend: Ich kann erzählen, was und wie ich will. Ich habe sogar begonnen, parallel zu meinem zweiten Cori Stein-Thriller eine Kurzgeschichte sozusagen als Prequel zum ersten Thriller Ohne Skrupel zu schreiben. Damit die Fans meiner jungen, abenteuerlustigen Journalistin nicht so lange auf ein Wiedersehen warten müssen.

Dieser Beitrag ist der dritte Teil einer Reihe, s. Label meine Erfahrungen als Indie-Autorin.

Bücher, die ich in diesem Post erwähnt habe: