Montag, 15. Oktober 2012

Was meine Schreibworkshops auszeichnet und was mir wichtig ist

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen viel an meinen Schreibkursen gearbeitet (u. a. entwerfe ich gerade eine Version auf Englisch), mit Interessenten darüber gesprochen und Konzepte für verschiedene Workshops schriftlich festgehalten.

Dabei habe ich auch darüber nachgedacht, was mir wichtig ist und was meine Kurse vermutlich von anderen unterscheidet. Herausgekommen ist dies, eine Art Mission Statement:
Ich habe im Laufe der Jahre viele Beiträge von Wissenschaftler redigiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Geschriebene im Grunde immer dieselben stilistischen Schwächen aufwies. An diesen Erfahrungen orientieren sich die Inhalte meiner Schreibkurse.

Ich möchte den Teilnehmern nahebringen, dass gutes, klares Schreiben etwas ist, das man lernen muss und das jeder lernen kann. Wenn man nur einige Grundregeln beachtet, steigert dies die Qualität der eigenen Texte bereits erheblich.

Ich möchte den Teilnehmern weiterhin nahebringen, dass man nicht Literatur studieren und schwierige Fachbegriffe und Theorien lernen muss, um klar formulieren zu können. Sowohl als Naturwissenschaftlerin als auch als Journalistin stehe ich für eine pragmatische Herangehensweise, bei der ich alles Wichtige ohne unnötige theoretische Ausschmückungen vermittele.

Entscheidend ist, dass die Teilnehmer mit ihren eigenen Texten arbeiten, damit sie ihre speziellen Schwächen erkennen und wir gemeinsam daran arbeiten können, diese zu überwinden. Automatisch stellen die Betreffenden Fragen wie: „Ich weiß nie, was ich machen soll, wenn …“ (zu ergänzen: das jeweilige Problem). Das Üben mit fremden Schriftstücken kann dies nicht im selben Ausmaß leisten.

Ich biete persönliche Rückmeldungen für jede Einzelne und jeden Einzelnen,
- indem ich mir ihre Texte durchlese und Hinweise gebe, wo ich spezielle Probleme sehe,
- indem ich es ermögliche, jederzeit Fragen zu stellen,
- und indem ich die Workshop-Phasen zeitlich so bemesse, dass es ausreichend Gelegenheit gibt, mich persönlich anzusprechen (sozusagen unter vier Augen).

Ich vermeide es bewusst, dass die Teilnehmer untereinander (als Peers) ihre Texte kritisieren (abgesehen von einer einfachen Übung zu Beginn), weil ich es erstens nicht für sinnvoll halte. Denn in der Regel sind die anderen nicht kompetent, Schwächen genau zu benennen oder gar Abhilfe anzubieten. Zweitens ist es mir wichtig, dass in meinen Workshops eine produktive und angstfreie Atmosphäre herrscht, so dass alle, auch zurückhaltendere Personen, sich trauen, Fragen zu stellen (gerne auch nur mir persönlich), und alle eine Haltung entwickeln, dass jeder Text überarbeitet werden muss. Sprich, dass es kein Zeichen von Unfähigkeit ist, wenn das eigene Geschriebene Mängel aufweist. Zu diesem Zweck stammen einige der Negativbeispiele und Klöpse, die ich „vorführe“, auch von mir.

Dieses Vorgehen kommt nach meiner Erfahrung bei den Teilnehmern meiner Kurse (hauptsächlich, aber nicht nur, Wissenschaftlern und Medizinern) und bei den Lesern meiner Bücher gut an. 
Weitere Informationen zu meinen Inhouse-Schulungen gibt es auf meiner Website.

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