Freitag, 9. Dezember 2011

Keine Angst vorm Schreiben: 7. Den inneren Kritiker austricksen

In meinem Post Die beiden Schreibphasen trennen habe ich den so genannten inneren Kritiker bereits erwähnt. Es ist die nörgelnde Stimme in unserem Hinterkopf, die uns den Spaß am Schreiben verdirbt mit Bemerkungen wie: "Das ist doch sowieso alles Mist", "Wenn das jemals jemand liest, blamierst du dich bis auf die Knochen" und so weiter. Kein Wunder, dass der Schreibfluss stockt oder gar nicht erst in Gang kommt.

In meinem bereits erwähnten Post habe ich vorgeschlagen, dem inneren Kritiker während des Schreibens der ersten Fassung einfach den Mund zu verbieten, denn in dieser Phase stört er besonders. Außerdem ziehen seine Argumente nicht, schließlich braucht niemand die erste Fassung eines Texts jemals zu Gesicht zu bekommen.

Die Schauspielerin und Drehbuchautorin Felicia Day hat nun über eine andere, besonders trickreiche Methode berichtet, mit der man die kritische Stimme in sich zum Schweigen bringt. Man sagt sich - und ihr (der inneren Stimme): "Ich will gar nicht schreiben, sondern nur schon einmal alles vorbereiten." Ein wenig ähnelt das der Vorgehensweise, die ich in meinem Beitrag Kleine Schritte vorgestellt habe, nämlich sich einfach so wenig vorzunehmen, dass es keine Überwindung kostet anzufangen. Felicia Days Variante gefällt mir jedoch besonders gut und ich werde sie bestimmt demnächst einmal ausprobieren. Aber lassen wir Felicia selbst erzählen:
This is how I wrote the whole Season 5 on vacation early this year, I convinced myself it was free writing, just PREPPING for writing when I got back. 82 pages later, I was almost done after I actually got home!
Alles was man also tun muss, ist einfach eine Freewriting-Session beginnen als Vorbereitung aufs eigentliche Schreiben. Jedenfalls ist es das, was wir dem inneren Kritiker sagen ;-) Denn das Schwierigste ist, mit dem Schreiben zu beginnen. Danach läuft es oft von ganz allein.

Übrigens kann ich Felicia Days Webserie The Guild, von der sie in dem Zitat spricht, wärmstens empfehlen. Man findet sie zum Beispiel bei YouTube oder als DVD:









Lesen Sie auch die übrigen Posts aus meiner Reihe
Die Schreibangst überwinden