Mittwoch, 28. September 2011

EBooks für Kindle einrichten, die Zweite

Im März habe ich in einem Post beschrieben, wie ich meine ersten Kindle-Bücher formatiert habe: E-Books für Kindle veröffentlichen - Einige Tipps aus der Praxis. Zwar ist seitdem erst ein halbes Jahr vergangen und doch klingt der Post teilweise wie ein Stimme aus grauer Vorzeit. Damals gab es noch nicht einmal die Möglichkeit hierzulande, also bei amazon.de, Kindle-EBooks zu veröffentlichen!

Eines ist aber geblieben: Das Formatieren der Dateien gelingt (zumindest mir) im konkreten Einzelfall nur mit Versuch und Irrtum. Und wenn man es auch noch für andere Plattformen versucht, wird es noch komplizierter, s. dieser Post im Blog von Bob Mayer: Keeping up with the eBook technology.

Auch ich versuche mitzuhalten und habe deshalb mein neues EBook, den Thriller OHNE SKRUPEL, mit Hilfe von Calibre, einer kostenlosen Software (man kann jedoch etwas spenden) formatiert. Wie schon bei Bob Mayer zu lesen, ist das keine ideale Lösung, aber für jemanden wie mich, also ohne IT-Kenntnisse, gut zu bewältigen. Und mir gefällt, dass man das Cover einbinden und gleich noch eine epub-Datei erzeugen kann - für Freunde oder Rezensenten, die dieses Format bevorzugen, weil sie z. B. einen entsprechenden Reader haben.

Für Menschen, die das interessiert, folgt jetzt ein Protokoll, wie ich beim Formatieren der mobi-Datei (also des Kindle-EBooks) vorgegangen bin. Daraus wird auch deutlich, was ich weiter oben mit "Versuch und Irrtum" gemeint habe.

Ich bin ausgegangen von einer Word-Datei. Die habe ich so bearbeitet, wie das fertige EBook aussehen sollte:

Ich habe Seitenumbrüche eingefügt, jeweils nach dem letzten Zeichen der betreffenden Seite, also etwa nach dem Titel oder dem Ende eines Kapitels.

Eine Leerzeile vor der jeweiligen Kapitelzahl.

Seitenzahlen in der Fußzeile entfernt.

Ich wollte, dass jeder neue Absatz mit einem Einzug anfängt, deshalb hatte ich das im Word-Dokument so vorgegeben. Zu Beginn jedes Kapitels sollte der erste Absatz ohne Einzug beginnen. Also habe ich das für jeden betreffenden Absatz einzeln so formatiert (geht das auch einfacher, also auf einen Schlag? Keine Ahnung.)

Dann habe ich das Word-Dokument als gefiltertes HTML-Dokument gespeichert (bei meiner Word-Version heißt das "Website, gefiltert") und anschließend in Calibre zu einer mobi-Datei konvertiert.

Wenn man das Ergebnis kontrollieren möchte, was ich unbedingt empfehle, weil man nach meiner Erfahrung bei Kleinigkeiten herumprobieren muss, sollte man sich die Kindle-Leseapp auf den PC laden und die konvertierte mobi-Datei darin anschauen.

Dann sieht man vielleicht, dass ein Absatz ohne Einzug auch im Kindle-Buch so erhalten bleibt, obwohl das vor Kurzem noch nicht der Fall war (s. mein früherer Post und den Nachtrag vom 10.5.), dass aber Leerzeilen, die im Manuskript vorhanden waren, im Kindle-Buch nicht erscheinen. Was funktionierte: Ich habe die entsprechenden Leerzeilen im Word-Dokument vollständig entfernt und dann wieder eingefügt. Nur bei dem Titelblatt gelang es mir für die PC-Version des Kindle nicht, in der Version auf meinem iPod sind die Leerzeilen z. B. zwischen meinem (Autoren)Namen und dem Buchtitel vorhanden. Warum? Keine Ahnung. Es zeigt aber, dass dieselbe mobi-Datei auf verschiedenen Geräten ein wenig unterschiedlich wiedergegeben wird.

Zum Hochladen des Buchcovers bei Calibre: Ich musste etwas herumsuchen, bis ich herausfand, wie's geht. Deshalb für ähnlich Unbedarfte hier die Klick-Folge: Die HTML-Datei des Buchs lädt man hoch mit dem Befehl "Buch hinzufügen" (Icon links oben in der Ecke). Zum Einfügen des Covers klickt man das Icon daneben an "Metadaten bearbeiten" (natürlich muss die entsprechende Datei markiert sein). Dann klickt man bei "Umschlag ändern" "Durchsuchen" an und lädt das Cover vom PC hoch.

Und schließlich noch eine Beobachtung, die ich beim Hochladen der mobi-Datei bei KDP (also bei Amazon) gemacht habe: KDP nudelte entweder ewig herum, ohne fertig zu werden, oder es kam eine allgemeine Fehlermeldung, die mir nicht weiterhalf. Bis ich folgende Lösung fand: Calibre hatte meinem Buch den Dateinamen Ohne Skrupel – Ingrid Glomp.mobi gegeben. Als ich den zu OhneSkrupel.mobi verkürzt habe, ging's plötzlich. Warum? Genau: keine Ahnung. Es ist eben so: Leute wie ich, die nichts vom Programmieren verstehen, müssen einfach solange herumprobieren, bis es geht. Oder Erfahrungsberichte wie diesen lesen ;-)

Nachtrag vom 3.10.11: s. a. auch mein Post Nützliche Anmerkungen zu: EBooks für Kindle einrichten, die Zweite mit Kommentaren eines Experten zu einigen der obigen Punkte.

Meinen Thriller, das Endprodukt meiner Bemühungen, können Sie hier besichtigen und kaufen: