Montag, 22. August 2011

Warum DRM dumm ist und Offenheit gut

In einem Video zu seinem neuen Buch Public Parts erklärt Jeff Jarvis "How Sharing in the Digital Age Improves the Way We Work and Live".

Jetzt kann ich zu einem verwandten Aspekt dieses Themas meine eigene kleine Geschichte aus der (E)Buchwelt beitragen. Leser dieses Blogs wissen, dass ich Kurzkrimis als Kindle-EBooks veröffentlicht habe, u. a. einen kleinen Band mit vier Stories: A bis Z-Ermittlungen. Und alle meine EBooks hab ich bewusst nicht DRM-geschützt.

Weshalb ich das erwähne? Neulich hat mir ein Leser gemailt, um mich zu informieren, dass die Formatierung des EBooks z. B. für den Kindle-Reader in einigen Punkten nicht optimal ist. (Ich habe so ein Gerät nicht, sondern überprüfe alles in der Kindle-App meines iPod Touch.) Aber: Der nette Mensch hat es damit nicht bewenden lassen, sondern meine Datei optimiert (so dass z. B. die Links des Inhaltsverzeichnisses besser funktionieren, auch das Cover hat er integriert). Und diese Datei hat er mir freundlicherweise gemailt.

Das Ganze war sozusagen eine Win-Win-Win-Situation: Der Leser hat nun eine schönere Version zum Eigengebrauch und ich konnte diese Version bei Amazon hochladen, so dass die Käufer ein besseres Produkt bekommen.

Und das ging nur, weil ich mein Buch nicht DRM-geschützt habe, so dass dieser nette Mensch die Datei problemlos bearbeiten konnte. (Gut, es ist offenbar nicht besonders schwer, diesen Schutz zu hacken, aber dann hätte der Betreffende mich wohl kaum darüber informiert.)

Und sollte dieser oder ein anderer Leser das nutzen, um zum Beispiel die Datei in ein anderes Format umzuwandeln, damit er sein Buch auch auf einem anderen Gerät lesen kann, habe ich damit kein Problem. Ein Nachteil von DRM ist nämlich, dass es verhindert, dass manche Menschen ein Buch, das sie legal erstanden haben, auf bestimmten Smartphones, Readern o. ä. lesen können.

Aber habe ich denn gar keine Angst vor Raubkopierern? Die kurze Antwort lautet: nein. Eine längere steht in diesem Post gegen Ende von Punkt 3. (Neil Gaiman beantwortet die Frage Free Books, Books Being Lent, and/or Pirated Can Lead To More Sales? übrigens mit Ja.)

Hier mein optimiertes EBüchlein mit den vier Kurzkrimis:




Und zum Schluss noch das Video von Jeff Jarvis: