Donnerstag, 21. Juli 2011

Print- oder E-Buch?

Als Krimiautorin bin ich Mitglied der Mörderischen Schwestern und in unserer Mailinglist geht es gerade um die Vor- und Nachteile von BoD.

Ich denke, was ich dort gerade geschrieben habe, ist vielleicht auch für andere (Indie-)Autoren und möglicherweise sogar für Leser interessant. Deshalb poste ich das Ganze fast unverändert hier im Blog:
Ich habe zwei Bücher mit BoD gemacht. Hier meine Erfahrungen:

Im Prinzip klappt es sehr gut, das Anfertigen nach der Anleitung ist einfach. Verkauf, Abrechnung, überhaupt die Abwicklung funktioniert ebenfalls reibungslos.

Inzwischen gibt es aber in meinen Augen einige gravierende Probleme:

a) der ziemlich hohe Preis, v. a. bei umfangreicheren Büchern. Ich musste ganz schön tricksen, um mit meiner Kurzkrimi-Sammlung unter 10 Euro zu bleiben, was ich unbedingt wollte, und verdiene nun pro Buch recht wenig. Für den Thriller, den ich fast fertig habe, kommt BoD bei über 400 Seiten deshalb nicht in Frage.

b) der RIESEN-Nachteil: Wenn man den BoD-Vertrag unterschreibt, tritt man automatisch die E-Book-Rechte ab und schießt sich damit gleich mehrfach in den Fuß. Denn sie können das entsprechende E-Book bei allen Händlern einstellen, zu einem Preis, den sie bestimmen (bei meinem Schreibratgeber z. B. viel zu hoch), und als Autorin bekomme ich 25% des Nettopreises statt von Amazon z. B. 70%. Sie müssen auch kein E-Book herausgeben, und wenn man als Autorin möchte, dass sie es tun (man selbst darf es ja laut Vertrag nicht), muss man noch mal Geld (ich glaube 99,00 Euro) löhnen. Die Lösung: E-Book-Rechte aus dem Vertrag streichen. Ich weiß aber nicht, ob sie das akzeptieren.

c) Der Preis lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Das merke ich gerade schmerzlich. Denn im September erscheint ein umfangreicherer, billigerer Schreibratgeber von mir bei C. H. Beck. Mein Plan war, den ursprünglichen Ratgeber, den ich bei BoD habe, dann zumindest als günstigeres E-Book herauszugeben, aber das geht ja nicht. Und den Preis des Print-Buchs kann ich auch nicht senken.

Das sind m. E. die drei Punkte, über die man sich von Anfang an klar sein sollte.

Petra von Cronenburg hat einen sehr umfangreichen Post über Print-on-Demand, Druckereien usw. geschrieben sowie darüber, wofür sie sich warum entschieden hat.

Ich persönlich werde meinen Thriller zunächst als E-Book bei Amazon herausbringen, denn Print ist aus meiner Sicht, egal in welcher Form, einfach nicht lukrativ*. Nicht mit BoD, s. o., und auch nicht mit einem Verlag. Mein Buch mit C. H. Beck habe ich nur gemacht, damit Leute nicht (mehr) denken, ich veröffentliche selbst, weil Verlage mich nicht wollen. Die viele Zeit, die ich für wenig Geld** investiert habe, betrachte ich als Ausgaben für Werbung ;-)

Wir leben in spannenden Zeiten

*Außer für J. K. Rowling, Stephen King usw.
** Außer das Buch wird ein Bestseller

Hier die drei Bücher, von denen die Rede ist:








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