Donnerstag, 23. Juni 2011

Seite 99 von "Ohne Skrupel"

In Friederike Schmöes Blog habe ich gerade die schöne Sitte entdeckt, S. 99 aus einem bald erscheinenden Buch ins Netz zu stellen. Da muss ich natürlich mitmachen. Allerdings lege ich die Regeln etwas großzügig aus.

Erstens ist mein Thriller "Ohne Skrupel" noch nicht fertig. Aber fast. Meine Heldin, die Journalistin Cori Stein, ist auf der letzten Etappe ihrer Jagd nach Informationen und Verbrechern angekommen (und zwar in Berlin). Diese Jagd, die sie um die halbe Welt geführt hat, hat sie nicht ganz freiwillig begonnen, denn ein Killer ist wiederum hinter ihr her. Ein paar Seiten muss ich noch schreiben und Cori also noch ein oder zwei Abenteuer bestehen und dabei schockierende Entdeckungen machen. Überarbeiten muss ich das Buch auch noch. Aber: Ich werde es zuerst als Kindle-EBook erscheinen lassen, also wahrscheinlich noch in diesem Jahr. Das ist schon irgendwie "bald", oder?

Zweitens handelt es sich aus diesem Grunde nicht um die endgültige S. 99, sondern um die in meinem jetzigen Manuskript.

Doch Schluss mit der Vorrede. Ich präsentiere Ihnen, liebe Leser, Seite 99 von "Ohne Skrupel". Tadaa:
Leo beugte sich zu ihr hinüber und flüsterte ihr zu: „Ganz einfach: Ich vertraue Bob und Bob vertraut Femi. Also vertraue ich Femi. Und weil ich Femi vertraue und du mir … Muss ich mehr sagen? Entspann dich.“

Doch Cori blieb skeptisch. Nach ihrer Erfahrung konnte niemand so offen, freundlich und fröhlich sein wie Femi. Da musste irgendetwas dahinter stecken. Um herauszufinden, was, hörte sie seinem Geplauder konzentriert zu. Außerdem konnte es nicht schaden, ein wenig über Land und Leute zu lernen.

Kaum waren sie wieder auf der wenig befahrenen Landstraße unterwegs, reichte ihnen Femi Fotos von seinen fünf Kindern und von seiner Frau nach hinten. „Bald wird unser sechstes Kind geboren und wir denken noch über einen Namen nach. Es ist wichtig, den richtigen Namen zu finden, denn die Bedeutung eines Namens ist wichtig*.“

Leo studierte die Fotos von Femis Familie und Cori studierte ihn. Sein Interesse wirkte völlig echt. Wie machte er das? Denn niemand konnte sich allen Ernstes für Fotos von einem Haufen Kinder interessieren, die alle gleich aussahen, oder? In ihre Gedanken hinein fragte Leo: „Was bedeutet denn dein Name, Femi?”

„Olufemi stammt aus der Yoruba-Sprache und bedeutet ‚Gott liebt mich'. Namen sind in Nigeria wichtig. Es kommt auf ihre Bedeutung an. Man sagt, ein guter Name ist besser als Geld. Manche glauben auch, dass der Name das Schicksal bestimmt. Manche Kinder bekommen aber den Namen eines Wochentags. Abosede heißen Kinder zum Beispiel, wenn sie an einem Sonntag geboren sind. Weil so viele Kinder in jungen Jahren starben, haben manche Eltern ihren Kindern früher absichtlich ganz gewöhnliche Namen gegeben, um das Schicksal nicht herauszufordern und zu hoffnungsvoll zu erscheinen.“

„Aber deine Eltern hatten keine Angst vor einem besonderen Namen“, stellte Leo fest und lächelte Femi über den Rückspiegel an.

„Nein.“ Femi strahlte.

Meine schon, dachte Cori. Sie haben einfach nur die Tatsache festgestellt: Corinna = Mädchen. Weniger Freude und Hoffnung konnte man mit einem Namen kaum ausdrücken.

„Was?“, fragte Leo, der sie beobachtet hatte.

„Wie ‚was‘? Nichts.“

Femi drehte sich in seinem Sitz halb um.

„Was bedeutet denn dein Name?“, fragte er Cori höflich.

„Die Wissbegierige“, sagte Leo schnell. Und fügte hinzu: „Aus dem Griechischen.“ Er schien sich köstlich zu amüsieren.

„Entschuldigung. Ich kann durchaus für mich selbst sprechen.“

„Ich dachte nur ...“

*Nein, ich habe die Wortwiederholung nicht übersehen. Es ist nicht meine Schuld. So redet Femi nun mal ;-)

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