Freitag, 24. Juni 2011

Kindle-E-Books: erste Erfahrungen als Indie-Autorin

J.A. Konrath predigt es immer wieder in seinem Blog: Wenn ein E-Book sich gut verkaufen soll, zählen zwei Dinge, und zwar cost and convenience, also ein niedriger Preis und man muss es dem Leser möglichst einfach machen, das Buch zu kaufen. Dann braucht man auch keine Angst vor "Buch-Piraten" zu haben.

Die ersten Erfahrungen mit meinem kleinen Ratgeber "E-Mails auf Englisch schreiben" bei Amazon scheinen das zu bestätigen. (Ergänzung vom 18.2.2014: Dieses Büchlein ist nicht mehr erhältlich.)

Entstanden ist das Buch aus diesem Blog. Als ich einmal eher zufällig einen Beitrag über geeignete Grußformeln für englischsprachige E-Mails postete, nämlich
E-Mails beenden auf die feine englische Art,
stellte ich fest, dass er recht viele Besucher anzog. Seitdem schreibe ich hier regelmäßig über ähnliche Themen, nachzulesen in der Rubrik Englisch schreiben.

Zurück zum Thema. Ich verkaufe pro Tag im Moment etwa ein Buch. Nicht viel, aber auch nicht schlecht,
- wenn man bedenkt, dass ich gerade erst begonnen habe (am 5. Juni) und die einzige Werbung in den diversen Posts zu diesem Thema in meinem Blog besteht.
- Und wenn man bedenkt, dass das Cover, nun ja, sagen wir mal "sehr schlicht" ist. (Viele Experten, einschließlich Konrath, messen dem Cover große Bedeutung bei. Und vermutlich haben sie Recht. Aber das ist das Schöne an der neuen Kindle-Indie-Welt. Wenn ich möchte, kann ich jederzeit ein besseres Cover hochladen und schauen, ob es etwas bewirkt.)

Ich habe noch eine weitere interessante Entdeckung gemacht: Eine Ein-Stern-Bewertung, die mich kurzfristig in Panik versetzte (zumal meine anderen Bücher alle durch - nicht "bestellte" - super Bewertungen glänzen), hat den Verkauf nicht verlangsamt. Schadet also anscheinend nicht. Entweder, weil Interessenten sie lesen - und feststellen, dass weniger mein Buch als falsche Erwartungen der Leserin das Problem waren, oder weil Interessenten sie nicht beachten.

Trotzdem habe ich mir die Kritik insofern zu Herzen genommen (man kann ja immer etwas lernen), als ich gerade einen präzisierenden Satz in die Buchbeschreibung eingefügt habe, um falschen Erwartungen noch besser vorzubeugen. (In ca. 24 Stunden sollte die Änderung online sein. Wieder ein Beispiel, warum Kindle für Autoren so eine tolle Möglichkeit ist: Man behält über alles die Kontrolle und kann immer wieder ausprobieren und nachbessern.)

Was habe ich also gelernt:

1. ein niedriger Preis und ein einfacher Zugang (ein Klick und der Leser ist bei Amazon, noch ein Klick und er hat mein Buch gekauft) sind Trumpf. Ich weiß nicht, ob das etwas nützt, aber ich habe auf den DRM-Schutz verzichtet, weil er Käufer behindert und abschreckt.

2. eine schlechte Bewertung schreckt Käufer nicht ab (mit der Einschränkung, dass die Argumentation mein Buch auch gar nicht so schlecht aussehen lässt. Aber ein Stern ist ein Stern).