Mittwoch, 18. Mai 2011

Meine Kindle-Bücher: Was jetzt?

Nachdem ich dummerweise den Vertrag für meine BoD-Veröffentlichungen (meinen Schreibratgeber und meine Kurzkrimisammlung) nicht richtig gelesen* und dadurch die E-Book-Rechte (vorübergehend**) verloren habe, s. vorheriger Post, stellt sich die Frage: Was jetzt?

1. schreibe ich gerade das Buch Der Schreibcoach für den Verlag C. H. Beck. Auch und vor allem, um Zweiflern, die es in Deutschland noch relativ häufig gibt, zu zeigen, dass ein etablierter Verlag durchaus mit mir zusammenarbeiten und ein Buch von mir haben möchte. Außerdem macht es Spaß, einmal wieder über das nachzudenken, was ich über das Schreiben (von Sachtexten) weiß, und es zu Papier "in eine Datei" zu bringen. Dieses Mal nicht wie in Gut und verständlich schreiben in Workshop-Form, sondern als kleiner, aber etwas ausführlicherer Ratgeber.

2. werde ich (hoffentlich demnächst) die erste Fassung meines Thrillers Ohne Skrupel*** beenden (das ist der Titel, nicht meine Art zu schreiben), den Beta-Lesern schicken und das Manuskript so lange überarbeiten, bis ich es nicht mehr verbessern kann. Dann hole ich mir professionelle Hilfe fürs Cover und evtl. fürs Lektorat und Korrektorat - und veröffentliche das Buch als EBook für Kindle (und vielleicht auch noch in anderen Formaten).

3. werde ich einige Kurzkrimis schreiben, und zwar über die junge Mannheimer Detektivin Anja Zenk, die unter meinen Lesern eine Menge Fans hat (einige Geschichten sind in verschiedenen Anthologien erschienen und auch in meinem Kurzkrimiband enthalten). Und diese Geschichten werde ich - genau - als Kindle-Buch veröffentlichen.

4. möchte ich überlegen, ob es sich lohnt, für einige meiner journalistischen Arbeiten, z. B. ganze Interviews****, die ich ganz oder teilweise nicht in Artikeln unterbringen konnte bzw. die Kürzungen zum Opfer gefallen sind, bei Kindle ein Zuhause zu schaffen.

Ich orientiere mich also an zwei Ideen:

Erstens meinen amerikanische Autoren wie J.A. Konrath und Dean Wesley Smith, die das Indie-Autoren-Modell befürworten und damit erfolgreich sind, dass man speziell dafür viel (Gutes) schreiben und veröffentlichen soll und muss.

Zweitens fragte Anne R. Allen gerade in ihrem Blog Is the E-book the New Query? Was in einigen Fällen zuzutreffen scheint. D. h. was meine Fiction-Geschichten angeht, entscheide ich mich zuerst einmal für den Indie-Weg und dann sehe ich weiter. Denn ehrlich gesagt: Um jahrelang nach einer Agentur und dann nach einem Verlag zu suchen, und dann nur einen kleinen Vorschuss und wenige Prozente zu bekommen, dafür ist das Leben zu kurz.

*Ich könnte jetzt erklären, wieso ich nicht damit gerechnet habe, dass es im Vertrag um EBooks geht (schließlich muss man BoD zusätzlich Geld geben, wenn man selbst eine Veröffentlichung als EBook bei iBooks usw. wünscht und ich dachte, solange ich das nicht tue, ist alles klar) - aber unterm Strich war ich einfach zu blöd. Hinwiederum, diese Möglichkeit gibt BoD fairerweise: Man kann den Vertrag auch gegen eine Gebühr vorzeitig rückgängig machen (dann ist natürlich auch Schluss mit den Print-Büchern). Mal sehen.

**Amazon ist übrigens klasse. Sie machen es unsereinem tatsächlich so leicht wie möglich. Als ich meine selbstveröffentlichten EBooks nämlich aus dem Kindle-Shop entfernt habe, blieben sie als "Entwurf" erhalten. D. h., wenn ich die Rechte zurück habe, kann ich meine Bücher mit ein (oder zwei oder drei) Klicks wieder veröffentlichen. Wie cool ist das? (Das Einzige, was sich aus meiner Sicht gegen Amazon sagen lässt, ist, dass sie seinerzeit Wikileaks von ihrem Server geworfen haben.)

***als erster Band einer Serie gedacht

****hier der Link zu meinem Interview mit Matthew Alexander