Freitag, 18. März 2011

Schockierend: Wahlprogramme sind unverständlich

Bereits vor einem Jahr haben Wissenschaftler der Uni Hohenheim Wahlprogramme unter die Lupe genommen und sie für schwer verständlich befunden, s. mein Post Neue Zielgruppe für meinen Schreibratgeber: Politiker.

Bewirkt hat das nichts. In diesem Jahr haben die Forscher die Programme zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz studiert, s. diese Pressemitteilung. Hier einige Auszüge daraus (Hervorhebungen von mir:
Als Hürden für die Verständlichkeit definierten die Wissenschaftler u.a. komplizierte Schachtelsätze, Fachbegriffe und Fremdwörter.
Zum Thema Wortwahl:
... Wortzusammensetzungen wie „Landeshochschulentwicklungsprogramm“ (FDP), „Personalbemessungsinstrumente“ (Linke), „Spitzenclusterwettbewerb“ (SPD), „Netzverträglichkeitsprüfung“ (Grüne) und „Fachleistungsdifferenzierung“ (CDU) erhöhen nicht gerade die Lesbarkeit ...
Zur Satzlänge:
30 bis 40 Wörter pro Satz waren keine Seltenheit.
Und zum Ergebnis:
Bei den Langfassungen der Wahlprogramme schneide das Programm der SPD noch am besten ab (Indexwert 9,3). „Das entspricht etwa der Finanzberichterstattung einer überregionalen Tageszeitung wie der FAZ“, so Prof. Dr. Brettschneider. Am unverständlichsten sei das Programm der FDP. Mit einem Wert von 6,0 liege es etwas über der durchschnittlichen Verständlichkeit politikwissenschaftlicher Doktorarbeiten (Indexwert 4,3).
Mehr zu der Untersuchung hier.