Donnerstag, 11. November 2010

Es gibt kein hier und heute im Gestern

Heute melde ich mich als stilistische Erbsenzählerin zu Wort.

Wenn Sie eine Geschichte in der Vergangenheitsform erzählen, zum Beispiel einen Roman, sollten Sie alle „heute“, „jetzt“ und „hier“ streichen. Denn Sie erzählen jetzt etwas, und wo Sie sind, ist hier. Was Ihre Figuren erlebt haben, muss sich dann zu einer anderen Zeit und höchstwahrscheinlich an einem anderen Ort zugetragen haben.

Beispiele:
Ming – oder Mike, wie sie ihn ab jetzt von da an nannten – war offensichtlich Kettenraucher.
Hier Dort, wo sie ihr Auto für die Überwachung geparkt hatte, kamen zum Glück nur wenige Menschen vorbei.

Eine Ausnahme bilden offensichtlich die direkte Rede oder die Gedanken einer Figur. Ihre Detektivin darf natürlich sagen (oder denken): „Ich werde der Sache ein Ende machen, und zwar hier und jetzt.“

PS: Ich weiß, diese Regel lässt sich nicht einhundertprozentig befolgen. Aber das Nicht-Einhalten geschieht es auf eigene Gefahr. Denn oft genug stört ein unpassendes "hier" und "jetzt" beim Lesen - und sei es nur unbewusst.