Montag, 30. August 2010

KUA - keine unüblichen Abkürzungen

Abkürzungen sind z. B. oder evtl. oder zzgl., aber auch DSL, ICE und PKW. Die sind Ihnen sicher geläufig. Und Sie verstehen, was gemeint ist, selbst wenn Sie vielleicht nicht wissen, wofür die Buchstaben in DSL oder ICE stehen. Aber wie ist es mit ppm, fMRT oder epd? Schon schwieriger.

Heute geht es mir um Abkürzungen und was man den Lesern zumuten kann und was nicht. Dazu habe ich vier Empfehlungen für Sie:
  1. Kurz gesagt sollten Sie nur Abkürzungen verwenden, die Ihre Leser mühelos verstehen können. Alles, was die Empfänger Ihrer Textbotschaft ins Grübeln bringt - und sei es nur kurz - lässt den Lesefluss stocken. Und das wollen wir vermeiden, stimmt's?

  2. Abkürzungen wie z. B., ca. oder u. a., im Grunde alles, was mit einem Punkt endet und was man im Alltag gerne verwendet, sind im Journalismus und in literarischen Texten nicht gerne gesehen. Es nützt nichts: In einem Roman oder in einem Artikel für eine Publikumszeitschrift müssen Sie diese Wörter ausschreiben.

  3. Schließlich kann es vorkommen, dass Sie eine Abkürzung für eine Institution oder eine Methode verwenden möchten, um nicht immer wieder eine halbe Zeile oder mehr für die gesamte Bezeichnung zu verbraten und Ihre Leser damit zu langweilen (denn das kann natürlich geschehen, wenn Sie immer wieder statt PCR Polymerase-Kettenreaktion schreiben). In diesem Fall empfehle ich einmal das Wort auszuschreiben und die Abkürzung dahinter in Klammern zu setzen, also Positronen-Emissions-Tomographie (PET), und dann in den folgenden Zeilen nur noch die Abkürzung, beispielsweise PET, zu verwenden. Taucht der Begriff erst viel später (z. B. nach einigen Seiten) wieder auf, sollten Sie die Abkürzung erneut erklären, um den Lesern das Zurückblättern zu ersparen. Und um eine Verwechslung mit Polyethylenterephthalat (PET) zu vermeiden ;-)

  4. Wenn Ihre Sätze durch eine Vielzahl unterschiedlicher Abkürzungen allerdings zu einer Hindernisstrecke werden, müssen Sie sich etwas (anderes) einfallen lassen und beispielsweise Umschreibungen finden. Wie Scan für PET (Positronen-Emissions-Tomographie) oder dieser Kunststoff für PET (Polyethylenterephthalat).
(Auflösung: ppm steht für parts per million, fMRT für funktionelle Magnetresonanztomographie und epd für Evangelischer Pressedienst. Wenn Sie wissen möchten, was es damit jeweils genau auf sich hat, verweise ich auf das www und seine Suchmaschinen.)