Dienstag, 22. Juni 2010

Keine Angst vorm Schreiben: 1. Kleine Schritte

Hier also, wie versprochen, der erste Post meiner Reihe "Die Schreibangst überwinden".

Was tun, wenn man bei einem Schreibprojekt den Anfang nicht findet? Egal, ob es sich um einen Aufsatz handelt oder eine Examensarbeit, einen Artikel, Texte für eine Website, eine Kurzgeschichte oder einen ganzen Roman.

Oder wenn man nicht anfängt, weil "es sich heute doch nicht mehr lohnt"? Denn man will wenigstens die Rohfassung in einem Rutsch schreiben oder ein Kapitel oder 3000 oder 10000 Zeichen (oder wie viel auch immer der Autor oder die Autorin, die man sich zum Vorbild nimmt, täglich schafft).

Oder wenn man nicht vorwärts kommt, weil es tausend andere wichtige Dinge zu erledigen gibt - und es sich dann, s. o., "nicht mehr lohnt"?

Und dann ist man ein Versager, weil man wieder das tägliche Pensum nicht geschafft hat.

Eines der besten (Gegen)Mittel, das ich kenne, wenn nicht sogar das beste überhaupt, ist die Methode Kleine Schritte.

So geht's: Man beschließt, ohne sich unter Druck zu setzen an dem jeweiligen Schreibprojekt nur ein ganz klein wenig zu arbeiten. Zum Beispiel: Den Text nur formatieren. Oder nur eine Stunde am Roman schreiben oder eine halbe. Nur schon einmal die Literatur erfassen. Über die Gliederung nachdenken und sich Notizen machen. Den Arbeitstitel aufschreiben und die ersten fünf oder zehn Sätze. Einige Ideen ins Unreine schreiben, die man dann später überarbeiten kann.

Egal, was Sie sich vornehmen: Es muss so wenig oder so einfach sein, dass Sie keinen Zweifel haben, dass Sie es schaffen können. Dann verschwinden nämlich die Angst und der innere Widerstand. Denn die Hürde, die es zu überwinden gilt, ist lächerlich klein.

Nicht umsonst gibt es Sprüche wie "Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut". Oder: "Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt".

Wenn Sie mit einem kleinen Schritt beginnen,

- haben Sie erstens auf alle Fälle schon einmal etwas geschrieben, was mehr ist als nichts.

- Vor allem aber haben Sie zweitens den Anfang gefunden, die erste Hürde überwunden. Danach (das ist das Schöne) arbeitet man meist weiter und schreibt mehr, als man ursprünglich geplant hatte. Das ist wie bei einer chemischen Reaktion: Oft braucht die einen Katalysator, etwas, zum Beispiel ein Enzym, das den Beginn erleichtert. Der Rest läuft dann von allein ab. Ihr Katalysator ist der Gedanke, dass Sie nicht mehr machen müssen als einen klitzekleinen Schritt.

Das ist natürlich alles nicht neu - und lässt sich nicht nur aufs Schreiben anwenden:

Julia Cameron ermutigt in ihrem Buch The Artist's Way/Der Weg des Künstlers zu baby steps/Babyschritten.

Und

SARK (Susan Ariel Rainbow Kennedy) nennt es Micromovements und erklärt, wie man mit derselben Methode zum Beispiel seinen Kleiderschrank aufräumen kann. (Ihre Anleitung zum Schreiben in kleinen Schritten hat sie in dem PDF MicroMovements of Delight festgehalten.
Demnächst schreibe ich über ein weiteres probates Mittel: Die Macht der Gewohnheit. Wenn ich den Anfang finde ;-)

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