Dienstag, 4. Mai 2010

Tucholsky lesen, um schreiben zu lernen

Wie man es nicht macht, darüber schreibt Kurt Tucholsky in seiner Glosse Ratschläge für einen schlechten Redner.

Einige seiner Ratschläge sollten sich auch Autoren - nicht - zu Herzen nehmen. Etwa:
Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so daß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet ... nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben.
oder
Du mußt alles in die Nebensätze legen. Sag nie: »Die Steuern sind zu hoch.« Das ist zu einfach. Sag: »Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, daß mir die Steuern bei weitem...«
Oder aber Sie lesen seiten- und bücherweise, was Tucholsky geschrieben hat, und lernen so, wie man's macht. Beim Projekt Gutenberg oder in altmodischen, gedruckten Büchern: