Mittwoch, 5. Mai 2010

Neue Zielgruppe für meinen Schreibratgeber: Politiker

Liebe Politikerinnen und Politiker,

tststs. Schade um die vielen Bäumen, die ihr Leben lassen müssen, damit ihr eure Wahlprogramme drucken könnt - die dann doch kein SchweinMensch versteht. Das haben euch jetzt Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim schriftlich gegeben. Sie haben die Wahlprogramme der Parteien in NRW auf Verständlichkeit getestet und waren "enttäuscht". (Wirklich? Aber doch bestimmt nicht erstaunt.)

Die Forscher um Prof. Frank Brettschneider fanden "Fachsprache und Fremdwörter zuhauf" und außerdem "Bandwurmsätze und Unklarheiten". Das Programm der FDP lag mit einem Wert von 5,8 "nur knapp über der durchschnittlichen Verständlichkeit politikwissenschaftlicher Doktorarbeiten (4,3)".

Das muss doch nicht sein. Für Leute wie euch, die viel schreiben, aber keine Profi-Autoren sind, habe ich extra einen Ratgeber verfasst: "Gut und verständlich schreiben - in zehn einfachen Schritten". Den lest und arbeitet ihr durch. Das geht schnell (ich weiß, ihr habt nicht viel Zeit) und tut gar nicht weh. Wenn ihr die Regeln darin befolgt, kann nichts mehr schief gehen. Ehrenwort. Und die Hohenheimer Wissenschaftler werden Augen machen, wenn sie eure Texte das nächste Mal testen.

Die Menschen im Lande aber, die euch so wichtig sind, werden euch besser verstehen. Das wollt ihr doch, oder nicht?

Macht's gut (beziehungsweise: besser)

Ingrid
(Schreibhandwerkerin)

PS: Zur Weiterbildung
- Verständlichkeitstest: Miese Deutschnoten für NRW-Wahlprogramme (Pressemitteilung)
- Hohenheimer PolitMonitor
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